Themenverwandte Auktionen
Playable.de Hardware

3R SYSTEM NEON Light

  1. Verpackung und Lieferumfang
  2. Design
  3. Das Innere
  4. Digital Gauge
  5. Kühlung
  6. Praxistest
  7. Fazit

Habt ihr schon gewusst, dass dazio sein Gehäuse offen laufen lassen muss, weil sonst sein System mangels Gehäuselüfter nach drei Minuten den Weg ins Nirwana findet?
Es ist mir gelungen, ihn davon zu überzeugen, sich ein neues Gehäuse zuzulegen. Und da dazio Designfetischist ist, darf es natürlich auch kein 0815-Gehäuse sein, nein, nach Jahren weißer Gehäuse muss mal etwas Ästhetik unter den Schreibtisch. Auch ich konnte mein Standardgehäuse nicht mehr sehen, und so kam es, dass wir uns beide das NEON Light-Gehäuse von 3R SYSTEM für 50 bis 60 € bestellt haben, welches dieser Test genauer durchleuchten soll. Wir haben uns für „Metal Silver“ entschieden. 3RS bietet außerdem „Black“ und die farbenfrohe „Pastel“-Version an.

Verpackung und Lieferumfang

Von angemessener Verpackung scheint 3RS nicht viel zu halten. Das Gehäuse wird einfach in eine dünne Folie gepackt, die Kanten mit Styropor geschützt und anschließend steckt man das Ganze in einen simplen Pappkarton mit koreanischen Aufdruck und überlässt die Lieferung der Gnade der Deutschen Post. Deren Logistik hat es im übrigen geschafft, zwei Pakete, abgeschickt am gleichen Ort, zu gleicher Zeit und mit dem gleichem Ziel an zwei aufeinander folgenden Tagen zu liefern. Seltsam…

verpackung.jpg
In eine dünne Folie gepackt, die Kanten mit Styropor geschützt.


Außer dem Gehäuse findet sich allerdings nichts außer etwas Dreck in der Kiste, erst der Blick in das Gehäuse offenbart weiteres Zubehör. Es finden sich ein Päckchen Schrauben, ein Ersatz-Frontpanel und zwei kleine Zettel, die die wesentlichen Features dieses Gehäuses anpreisen. Jeder, der auf eine ausführliche Montageanleitung hofft, wird enttäuscht. Aber wenigstens sind Schrauben und Abstandhalter in ausreichenden Mengen beigelegt, was, wie ich schon öfters feststellen musste, nicht bei jedem Gehäuse dieser Preisklasse so ist.

schrauben.jpg
Schrauben und Abstandhalter in ausreichenden Mengen beigelegt.


Ein Netzteil ist nicht mit dabei, was jedoch von Vorteil ist, da so die Wahl der passenden Motorisierung eueres PCs euch überlassen bleibt.

Design

Schon beim Auspacken gibt es die ersten angenehmen Überraschungen. Das Gehäuse besticht durch ein schickes, ganz in Silber gehaltenes Design und scheint auf den ersten Blick eine wirklich stabile Konstruktion zu sein. Mit seinen 8 Kilogramm ist das gute Stück auch reichlich schwer für einer Midi-Tower, was jedoch Aufgrund der verwendeten Stahlaluminiumlegierung nicht allzu verwunderlich ist.
Recht schnell richtet sich dann die Aufmerksamkeit auf etwas, was wie eine Stoppuhr aussieht und sich unterhalb des Diskettenlaufwerks verbirgt, dessen weißes Antlitz sich, um den Gesamteindruck nicht zu drüben, hinter der Frontwand verbergen muss. Was das kleine Ding, von 3RS „Digital Gauge“ getauft, alles so kann, sehen wir uns aber später an.
Auch die CD Laufwerke müssen sich hinter einem Stealthmod verstecken. Das Gehäuse verfügt an der Seitenwand über zwei USB- und einen Firewireanschluss, was mittlerweile aber auch Standard ist.

usb_firewire.jpg
Das Gehäuse verfügt an der Seitenwand über zwei USB- und einen Firewireanschluss.

Das Innere

Die Seitenteile lassen sich praktischer Weise über Thumbscrews entfernen und geben den Blick ins Innere des Gehäuses frei. Das erste was einem dann entgegen fällt, sind drei Bündel Kabel. Zum einem gibt es die herkömmlichen Kabel die das Mainboard mit den Schaltern und LEDs an der Vorderseite verbinden, welche jedoch das geringste Problem darstellen. Dann finden sich dazu noch einige Stromkabel, die die „Stoppuhr“ mit Strom versorgen und ein weiteres dickes Bündel: es handelt sich um die USB- und Firewirekabel, jedoch hat jeder Pin sein eigenes Kabel und einen eigenen Stecker. Wer also plant, die Anschlüsse zu verwenden, sollte über ein gutes Mainboardhandbuch verfügen, da er sonst die Belegung der Stecker selbst raus finden darf. Ich kann mir das nur so erklären, dass die zusätzlichen USB-Anschlüsse auf dem Mainboard sich von Chipsatz zu Chipsatz unterscheiden und man die Pinkompatibilität nicht gefährden wollte. Also dann, fröhliches fummeln … wenigstens sind die Kabel vorbildlich beschriftet.

kabel.jpg
Das erste was einem dann entgegen fällt, sind drei Bündel Kabel.


Auf der Rückseite findet sich nur wenig überraschendes: eine ATX-Blende (passt für jedes Board, da sich die Anschlüsse frei brechen lassen), die 7 Slotblenden, das Loch für das Netzteil, einige AT-Anschlüsse (welche meiner Meinung nach lieber Platz machen sollten für einen weiteren Lüfter) sowie einen 80mm-Lüfter der mir unbekannten Marke Colorful.

back.jpg
Rückseite: ATX-Blende, AT-Anschlüsse, 80mm-Lüfter und Platz für das Netzteil.


Hinter der so schick anzusehenden Front verbergen sich ganze 12 Laufwerkbays: vier 5,25„- sowie acht 3,5“-Einschübe – für einen Midi-Tower erstaunlich viel. Damit eignet sich das Gehäuse hervorragend für Raidsysteme mit bis zu 8 Festplatten. An der Front findet sich außerdem ein weiterer 80mm-Lüfter, der kühle Luft ins Innere und über die Festplatten blasen soll. Bohrungen für einen 120mm-Lüfter sind ebenfalls vorhanden. Der PC-Speaker findet sich auf den Boden des Gehäuses ein, was ich persönlich für etwas unglücklich halte, was aber eigentlich nicht weiter stören sollte, da Spiele zum Glück seit Jahren auf Soundkarten setzten und die neuen Mainboards mit Postcodes ausgestattet sind, womit der PC-Speaker auch in Sachen Fehlerdiagnose abgelöst wird.

Digital Gauge

Was ich vorhin noch als „Stoppuhr“ bezeichnet habe, ist in Wirklichkeit das interessanteste an diesem Tower. Das aus Metal gefertigte runde Etwas beherbergt neben den üblichen Power- und Resetschalter sowie die schön hellen LEDs für Power (blau, oben) und Festplatte (rot, unten) auch ein Schalter mit der Beschriftung „Turbo“. Wer sich jetzt an seinen 486er oder alten Pentium erinnert fühlt, der täuscht sich. Das Gehäuse hat eine integrierte 2-stufige Lüftersteuerung, mit der sich die beiden Lüfter von 12V auf 7V drosseln lassen. Dass das auch gut so ist, wird sich bei dem genaueren Betrachten der Gehäusekühlung noch herausstellen.

gauge.jpg
Digital Gauge: praktisch und schön anzusehen.


Und das beste kommt zum Schluss: auch ein digitales Thermometer findet seinen Platz! Der Sensor für selbiges lässt sich dank ausreichender Kabellänge überall im Gehäuse anbringen. Das LCD-Display ist leider nicht beleuchtet, weshalb es im Dunkeln schwer abzulesen ist. Erfreulich ist der flache Sensor, der auch zwischen CPU und Heatsink passt (Achtung: nicht direkt auf den CPU-Die anbringen, sonst gibt’s Silizium-Schmorbraten!) oder die Temperatur an der Grafikkarte messen kann, was sich als praktisch für Overclocker erweisen sollte, da die meisten Grafikkarten nicht über eigene Sensoren verfügen und somit der Gefahr eines Hitzetodes vermieden werden kann.

sensor.jpg
Flacher Temperatur-Sensor.


Ebenfalls gut ist die schnelle Reaktionszeit des Sensors: Nimmt man ihn in die Hand, wird innerhalb der nächsten Sekunde die neue Temperatur angezeigt. Lässt man ihn los, kehrt er ebenfalls so schnell zurück zur Ausgangstemperatur. Das ist eigentlich egal, aber doch wenigstens eine Erwähnung wert.

Kühlung

Wie bereits erwähnt, finden sich im Tower zwei vorinstallierte Lüfter. Die Lüfter geben, wenn man sie in der Hand laufen lässt, kaum störende Geräusche von sich, was sich jedoch leider ändert, sobald sie wieder im Tower verschraubt sind – spricht für schlechte Kugellager. Um die Stabilität nicht zu gefährden hat man anstatt einfach ein 80mm großes rundes Loch in die Front und die Hinterseite zu stanzen viele kleine Löcher gemacht, so dass der Luftstrom stark verwirbelt wird und eine Menge Krach macht. Der vordere Lüfter muss zusätzlich seine Luft durch kleine Schlitze in der Front ansaugen – um die Ecke wohl gemerkt. Das ist nicht nur physikalisch fraglich sondern verursacht auch noch unnötig viel Lärm. Eine etwa 50mm-Öffnung in der Front hätte dieses Problem umgangen und würde sich auch an das Design des Towers anpassen lassen. 3RS hat einen ähnlichen Vorschlag bereits mit der Begründung eines „unakzeptablen Anstiegs der Produktionskosten“ abgelehnt. Man kann eben nicht alles haben.
Im Silentmodus sind die Lüfter recht leise, auf Turbo machen Sie jedoch unangenehm viel Lärm und die zusätzliche Kühlleistung ist minimal, wie die folgende Tabelle zeigt.

Testsystem:

Temperatur nach zwei Stunden Volllast:

                           Silent       Turbo
Gehäuse (Digital Gauge)    27°C         25°C
Gehäuse (MB-Sensor)        29°C         26°C
CPU (MB-Sensor)            58°C         52°C

Der Turbomodus macht bei den meisten Systemen wenig Sinn, da das Gehäuse nur geringfügig kühler ist, aber dafür beinahe unerträglich laut wird. Das tut man sich höchstens an, falls mit den paar Grad mehr im Silentmodus wirklich eine Komponente aussteigen sollte.
Mein Tipp für alle, die es gern leise haben: Die Blowholes mit einer Blechschere frei schneiden und die hintere Öffnung zur Sicherheit mit einem Kühlergitter versehen (Kostenpunkt ca. 50 Ct) und die Colorful-Fans austauschen und mit Papst-Lüftern ersetzen (ca. 14€ / St.). Wer Hardware besitzt, die nur wenig Abwärme produziert, kann auf den vorderen Kühler auch getrost verzichten, da dieser der lautere der beiden ist und nur bedingt Sinn macht, weil der Tower auch so über Ritzen Luft zieht und es wichtiger ist, warme Luft möglichst schnell aus dem Gehäuse zu bekommen, da sonst die CPU- und Grafikkartenkühler nicht mehr mit Frischluft versorgt werden können und die Temperatur der Komponenten zu stark ansteigt, was zur Instabilität des Systems führen kann.
Noch eine kleine Randbemerkung: Es scheint so, als ob 3RS in ihre Gehäuse unterschiedliche Lüfter einbaut. Ich habe mittlerweile fünf verschiedene Typen gesehen, die sich vom Geräuschpegel her allerdings nicht sonderlich unterscheiden sollen.

Praxistest

Ein Gehäuse kann noch so schick aussehen, es taugt aber trotzdem nichts, wenn die Montage umständlicher ist als das Zusammensetzten eines Ikearegals. Darum lasse ich euch jetzt an meinen Erfahrungen beim zusammenbauen meines Testsystems teilhaben.

inside.jpg
Das leere Gehäuse – die Arbeit kann beginnen!


Gleich zu Beginn der Arbeiten zeichnete sich ein Problem ab: der Stealthmod der Laufwerke ließ sich nur mit Gewalt lösen. Da das Frontpanel aus Plaste ist, kann der Einsatz eines Schraubenziehers als Hebel Kratzer hinterlassen, also Vorsicht! Mit etwas Geschick kann man ihn auch von Innen heraushebeln. Ist er einmal ab, finden Aopen-Brenner und Sony-DVD-Laufwerk ihren Weg ins Gehäuse. Was mich erst etwas erstaunt hat, war die Tatsache, dass sich die Laufwerke nur an einer Seite festschrauben lassen, an der anderen sind sie nur mit Abstandshaltern festgeklemmt. Wie sich später herausgestellt hat, werden so Vibrationen durch die Laufwerke minimiert. Mein Brenner war noch nie so leise wie er es jetzt ist!

stealth1.jpg
Stealthmod Innenseite.


stealth2.jpg
Stealthmod Außenseite.


Den Stealthmod abzubekommen, war schon knifflig. Noch diffiziler ist es jedoch, ihn wieder dran zubekommen und die Schalter so zu justieren, dass sie die Laufwerksschalter genau treffen. Da mein Brenner nur einen kleinen, runden Schalter hat, der auch noch etwas versenkt ist, hat dies mehrer Anläufe gebraucht.
Bei mir haben die Mods trotzdem funktioniert, es soll aber auch Laufwerke geben (u.a. Brenner von Sony), bei denen die Mods klemmen und man mit einer Feile Abhilfe schaffen muss.

stealth1.jpg
Fertig installierter Stealthmod.


Auch die Montage der Festplatte ist etwas unorthodox: die Platte hängt zu 1/3 in der Luft und lässt sich nur mit 4 von 6 Schrauben befestigen. Bei schnell drehenden Platten könnte dies zu ungewünschten Vibrationen führen. Mir ist gerade die gute Verarbeitung des Towers aufgefallen: Es gibt kaum scharfe Kanten, die Verletzungsgefahr ist minimal. Sehr schön.

bays.jpg
Die Laufwerk-Bays: Kaum scharfe Kanten.


Als dann auch das Netzteil sich in das Gehäuse gesellen soll, war ich mal positiv überrascht. Das Gehäuse bietet mehr Platz als gedacht und ist um einiges tiefer als herkömmliche Midi-Tower! Der Abstand zwischen Netzteil und CD-Laufwerken beträgt etwa 15 cm – genügend Platz, um zu lange Kabel zu verstauen. Leider passt der Tower damit auch nicht mehr ganz in meinen Schreibtisch, er hängt fast 4cm über – damn it!!!

Enttäuschend ist, dass sich die Halterung für das Mainboard nicht ausbauen lässt. So erfordert das Platzieren der Abstandshalter etwas Augenmaß. Wenigstens gibt es genügend davon: 15 sind mehr als genug, ich habe gerade mal 8 Bohrungen auf meinem Board. Auf der Halterung sind Bohrungen für verschieden Standards vorgesehen – da sollten sich für fast jedes Board einige passende Befestigungsmöglichkeiten bieten. Etwas knifflig ist es, das Mainboard in das Gehäuse zu buxieren, da sich die vielen Kabel als störend erwiesen.
Für das befestigen des Boards gibt es ebenfalls ausreichend viele Gummiunterlegscheiben, die das Board vor Beschädigungen zu schützen. Die ATX-Blende passt perfekt, ganz im Gegensatz zu 3 der 8 Bohrungen. Die Bohrungen im Gehäuse liegen etwa 4mm neben den Bohrungen im Board, ein ausreichender Halt ist aber trotzdem noch gegeben. Durch die enorme Tiefe des Gehäuses ist auch schön viel Raum zwischen Board und Festplatte, so dass die IDE- und Stromkabel genügend Platz haben.

Nun müssen nur noch die diversen Kabel verlegt und angeschlossen werden. Da ich die USB-Anschlüsse nie brauchen werde, erspar ich mir die Mühe sie zu verlegen und klebe sie in der unteren rechten Ecke an den Festplattenschiene fest. Allmählich kehrt Ordnung in das Gehäuse. Die diversen Kabel von der Gehäusefront finden dank der guten Kennzeichnung schnell ihren Platz auf dem _Enmic_Board.
Da zwischen den Laufwerkschienen und der rechten Seitenwand viel Platz ist, kann ich meine etwas zu langen AirFlow-Kabel gut verstauen. Jetzt müssen nur noch die Laufwerke und das Thermometer mit Stromanschlüssen versehen und die Lüfter angeschlossen werden. Die Stromkabel sind sehr schön lang, so dass sie ihren Weg an den Boden des Gehäuses finden und sich dort mit dem Anschlüssen der Lüftersteuerung paaren. Trotz der fehlenden Manual stellt das kein Problem dar.
Dabei fällt auf, dass es sich hierbei um 2-Pin-Anschlüsse handelt. Sollte man die Lüfter austauschen wollen, muss man nach einem Adapter suchen oder zum Lötkolben greifen.
Der Temperatursensor findet seinen Platz an einem Kabelstrang, wo er die Temperatur im Gehäuse messen soll.

nearly_done.jpg
Fast fertig.


Zu guter Letzt müssen nun nur noch die Grafik- und PCI-Karten den Weg ins Gehäuse finden – die Slotblenden lassen sich leicht entfernen und sind wieder verwendbar, so dass keine Lücken in der Rückseite entstehen, sollte eine Karte mal ausgebaut werden.
Leider gibt es kein Steck-Befestigungssystem für die Karten, aber Schrauben tun es ja auch.

So, das war’s. Die Seitenteile werden wieder angebracht, der Tower – nun noch schwerer als vorher – wird in den Schreibtisch gehievt und verkabelt. Und dann kommt der große Moment: das erste Anschalten. Der Einschalter ist nicht aus einfachem Plaste sondern aus aufpolierten Metal wie der Rest des Digital Gauges und fühlt sich sehr schön kühl an – mein rechter Zeigefinger übt einen sanften Druck aus und – ER LEBT!
Na ja, das war jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber das erste mal booten nach einem Eigenbau hat immer Ähnlichkeit mit einer Geburt…

Während Windows hochfährt bleibt Zeit zum Herumspielen an dem Digital Gauge. Ein Druck auf den Turbo Knopf bläst einen bald um – die Lüfter machen unerträglich viel Krach. Also zurück in den Silentmodus.
Das Thermometer funktioniert und zeigt 19°C an. Etwas wenig, da die Raumtemperatur schon 22°C beträgt. Eine Vermutung macht sich breit: Das Thermometer scheint falsch justiert zu sein und zeigt immer ein paar Grad zu wenig an. Aber auch damit kann man leben.
Aufgrund seines Gewichts vibriert das Gehäuse kaum, auch mein sonst recht lautstarker Brenner schnurrt hinter seiner Laufwerksklappe. Die hat im Übrigen einmal kurz geklemmt, weil der Brenner zu weit vorne saß und gegen die Klapper gedrückt hat. Ein kurzes Lösen der Schrauben und zurücksetzten des Brenners hat das Problem behoben.

running.jpg
ER LEBT!


Nach insgesamt gut anderthalb Stunden schrauben funktioniert alles, und ich kann mich zurücklehnen und das silberne Etwas unter meinem Schreibtisch begutachten. Das Gehäuse gefällt mir von Stunde zu Stunde besser!

Hier nachträglich noch das Gehäuse von dazio. Die leuchtende „Blue Icy Display“-Frontblende, welche zur PixelView GeForce FX 5900XT Golden Limited aus dem Hause Prolink gehört und Temperatur sowie Lüftergeschwindigkeit der Grafikkarte anzeigt, passt sichtlich gut ins Bild:

dazio.jpg

Fazit

Mit dem NEON Light hat 3RS ein Gehäuse gebaut, das Design und Funktionalität zu einem fast schon einmalig niedrigen Preis verbindet. Das Gehäuse lässt sich durchaus mit seinen teureren Brüdern von Chieftec messen, auch wenn ich diese persönlich als etwas abstoßend empfinde.
Der Midi-Tower hat mich vollends überzeugt – das Thermometer hat es mir wirklich angetan. Das Design-Case gibt nicht nur äußerlich viel her, auch von innen kann es sich dank guter Platzaufteilung sehen lassen. Ebenfalls überzeugend sind Verarbeitung und Stabilität. Man kann sich den Tower getrost unter den Arm klemmen und zur nächsten LAN marschieren.
Einzige Kritikpunkte sind die viel zu lauten Lüfter sowie die fehlerhaften Bohrungen für das Motherboard, die Temperaturanzeige ist etwas zu tief und daher vor allem im Dunkeln schwer zu erkennen.
Trotzdem: Es gehört zu den schönsten (Fertig-)Gehäusen, die ich bisher gesehen habe und wird wohl noch lange Zeit mein getreuer Gefährte sein.

Alexander Francke (alextm at progamerz.com)
Dienstag, 11. Februar 2003
Playable.de – Wir kennen keine Gnade.

?