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Headset-Roundup

  1. Einleitung
  2. Produkte
  3. Wertungstabelle
  4. Fazit

Einleitung

Headsets gewinnen immer mehr an Bedeutung. Sei es Internet-Teleonie oder einfach der Musikgenuss am PC, ohne dabei jemanden stören zu wollen. Aber auch in der Welt der Games haben sie mittlerweile feste Positionen eingenommen: auf LANs unverzichtbar und beim Online-Gaming in Verbindung mit Chat-Software wie „BattleCom“, „GameVoice Shareware“ und ähnlichen eine große Hilfe.

Doch welches Headset bietet in den jeweiligen Bereichen Tragekomfort, Bedienung, Kopfhörer, Mikrofon und Zubehör die besten Ergebnisse? Genau damit befasst sich dieser Vergleichstest – übrigens unser erstes größeres Projekt. Weiterhin haben wir versucht, in den jeweiligen Produktbeschreibungen die Besonderheiten der Headsets zum Ausdruck zu bringen. Die wichtigsten findet man in der Wertungstabelle unter „Auf-/Abwertung“.

An dieser Stelle möchten wir uns außerdem bei den Firmen Hama, Plantronics und besonders Microsoft für die gute Zusammenarbeit bedanken, da sie uns die Headsets netter Weise zur Verügung gestellt haben.

Produkte

Hama PC-Vibra Headset CS-410

Meine kleine Headset-Testreihe habe ich mit dem CS-410 von Hama angefangen. Man könnte es als das große Profi-Modell bezeichnen. Von Anfang an passt (fast) alles.

Ausgepackt ist es schnell, ein paar kleine Laschen rausziehen und fertig ist die Sache, und was macht man dann? – Natürlich direkt einmal aufsetzen, und schon da war mir klar, dass es wirklich den Titel „Profi-Modell“ verdient hat. Es ist an alles Ecken und Enden gepolstert, auf dem Kopf liegt ein sanft gepolsterter Bügel, die Ohrmuschel umschliessen das Ohr bestens und schließen es Schalldicht ab. Die Ohrhörer passen sich sanft dem Ohr an und sitzen perfekt, nicht nur wegen den gepolsterten Kopfhörern, sondern auch wegen der Beweglichkeit der Muscheln und der Vergrößerung bzw. der Verkleinerung des Kopfbogens.
Die Abschirmung und der Tragekomfort sind gelungen!

cs-410.gif

Doch nicht alles was glänzt ist Gold, deshalb nun weiter zu der Funktionalität. Aber auch da kann ich nur sagen: für ein Headset ist die Tonqualität der Kopfhörer sehr gut. Es kann Höhen wie Tiefen sehr gut herüber bringen und schafft es auch mit der Einstellung „Live Surround“ des SB live! 1024 Player gut zusammenzuarbeiten und einen netten virtuellen 3D-Sound zu erzeugen. Auch bei Counter-Strike und Empire Earth ist der Ton gut für einen Kopfhörer. Natürlich kann man Stereo Kopfhörer nicht mit Dolby Digital 5.1 Anlagen vergleichen, aber diese Kopfhörer reizen die Möglichkeiten fast aus.

Zusätzlich zum „normalen“ Hören bietet das CS-410 noch etwas ganz besonderes: eine „X Bass Vibration“. Dies könnte man am Besten erklären mit „Vibrieren der Ohrmuscheln bei Tiefen Tönen“! Es gibt zwei Funktionen: „normal“ und „maximum“, bei letzterem hat man eigentlich andauernd Vibrationen am Ohr und bei normal nur bei tiefen Tönen.
Ich persönlich finde es eine nette Idee, die mir leider nicht sonderlich gefällt. Es fühlt sich etwas unangenehm am Ohr an. Man gewöhnt sich zwar dran, aber es ist (aus meiner subjektiven Sicht) kein schönes Gefühl. Der Gedanke war bestimmt „Musik fühlen“ zu können – aber bitte nicht auf diese Weise.

Doch natürlich kann man dies auch ausstellen und spart dabei noch zwei kleine AAA-Batterien, welche sonst noch in die „Kontrolleinheit“ gemusst hätten. Um auch noch auf die Kabel-Fernbedienung zu sprechen zu kommen, dort kann man den „X-BASS“ auf „normal“, „max“ oder „aus“ stellen. Außerdem ist ein separater Lautstärkeregeler angebracht, welchen ich persönlich sehr bequem finde. Spielt man z.B. Counter-Strike und schleicht herum, dann möchte man am Liebsten soviel hören wie möglich (Schritte); folglich stellt man es lauter, aber im Kampf, oder auf kleinen Maps stellt man es wieder leiser. In diese kleine Fernbedienung, welche man sich an die Hose „clippen“ kann, kommen auch die Batterien.

Das Mikrofon passt wieder zu dem Gesamteindruck „Profi-Modell“. Es lässt sich wirklich ganz leicht nach oben und unten bewegen (falls man mal nicht sprechen will). Und die „Zuleitung“ zum Mund ist so biegsam wie bei sonst keinem Headset. Man kann es knicken wie es beliebt und somit das Mikrofon optimal platzieren. Diese Elastizität bekommt eine klare 1!
Hat man das Mikrofon dann in die richtige Position gebracht, leistet es auch ein Maximum an Sprachqualität. Man konnte mich stets sehr gut verstehen. Ich kam weder unklar noch dumpf herüber.

Fazit: Das CS-410 ist ein in fast allen Punkten perfektes Headset. Das Mikrofon ist super, die Kopfhörer sind sehr gut und die Polsterungen beiten besten Komfort. Nur leider hat es mit dem „Musik fühlen“ noch nicht so ganz hingehauen, aber wenn es einem nicht gefällt kann man es ja ausschalten. Das Kabel zum Mikrofon und Kopfhörer Anschluss ist lang genug, und der Preis mit 40 € ganz okay. Somit ist das CS-410 der Sieger des Tests!

Hama Multimedia Headset CS-498

Als nächstes habe ich mir das „kleine“ Modell von Hama angeguckt. Leider muss ich gleich am Anfang sagen, dass es kaum mithalten kann – auch nicht, wenn man bedenkt, dass es viel preiswerter ist!

Zuerst möchte ich erwähnen, dass die Schnur viel zu kurz ist. Das ist einfach unbequem und schlecht konzipiert. Da wurde an der falschen Stelle gespart!

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Das CS-498 wird so wie viele neuere leichte Kopfhörer hinter die Ohren geklemmt – eigentlich eine gute Idee, doch für meinen Geschmack wird trotz der Leichtigkeit das Ohr zu stark belastet. Das Headset ist ein wenig „zusammenklappbar“ – wohl für den einfachen Transport oder platzsparendes Verstauen, wobei es auch so schon sehr klein ist.

Von der Qualität der Kopfhörer bin ich ebenfalls enttäuscht. Wenn man nur etwas laut dreht, kommen dumpfe Schläge und Untertöne. Wenn man PC-Sound normaler Lautstärke zum Beispiel in Spielen hört, dann ist es wie ein normales Standard-Headset – nicht besonders gut, aber auch nicht abnormal schlecht. Es gibt eben keinerlei besondere Raffinessen oder besondere Merkmale, welche die Qualität der Hörer erhöhen würden.

Auch das Mikrofon bietet wenig. Es lässt sich kaum biegen, sondern nur nach oben und unten bewegen. Man hat dafür kaum Einstellmöglichkeiten, es klebt sozusagen am Mund und wenn man etwas Gewalt anwendet, dann bekommt man es sogar 1 cm vom Mund weg – aber auf keinen Fall in eine optimale Position! Würde dann wenigstens die Sprachqualität gut sein, aber natürlich trifft dies auch nicht zu. Man klingt etwas hohl und nicht ausgewogen. Es sind zu viele Tiefen drin und spricht man etwas lauter, fängt es an zu brummen (was natürlich auch durch die Nähe am Mund zu erklären ist)!

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Das Mikrofon lässt sich nur nach oben und unten bewegen.

Fazit: Gutes Design und der Preis ist ganz in Ordung, aber der Rest stimmt einfach nicht. Es ist zwar zusammenklappbar, lässt sich aber nicht auf verschiedene Kopfgrößen einstellen. Die Kopfhörer sind von schwacher Qualität und das Mikrofon gibt hohle Töne von sich. Und was wirklich nicht sein dürfte ist, dass Kabel viel zu kurz ist. Das CS-498 ist eventuell für blutige Einsteiger zu empfehlen – oder für CS-Speiler, falls die auf Sound genau so viel Wert wie auf Grafik legen :D
Dieses Headset folgt dem Satz „Wenig Lesitung für wenig Geld.“ und ist somit immerhin unser Preis-Leistungssieger.

Plantronics HS1

Als nächstes habe ich mir das HS1 von Plantronics vorgenommen. Für dieses Headset wirbt die Firma besonders, auch weil es bei „Computer Bild Spiele“ Testsieger geworden ist.

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Zum Tragekomfort: Es ist leider nicht so schön gepolstert, wie das Profi-Modell von Hama DSP-500, sondern besteht hauptsächlich aus Plastik. Doch es ist nicht unbedingt unbequem. Es hat ein weiches elastisches Gummiband, welches die optimale Position auf dem Kopf gewährleistet. Nicht nur auf dem Kopf ist es ganz bequem, sondern auch am Ohr, dort sind Polsterungen, die das Ohr genau einschließen. Es ist nicht zu schwer, also gut zu tragen. Ein Manko ist, dass man mit den Ohren teilweise an das Gitter in den Ohrmuscheln stößt. Die Polsterungen halten also das Ohr nicht weit genug von der Ohrmuschel ab, woran man sich jedoch mit der Zeit gewöhnt.

Die Kopfhörer sind sehr gut, geben klaren Sound ab und man fühlt den direkten Kontakt zu der Musik. Das heißt, dass auch die Abschirmung zur Umgebung sehr gut gelungen ist. Höhen und Tiefen werden nicht überbetont, sondern es wurde ein sehr gutes Mittel gefunden. Auch höhere Lautstärken werden ohne ein Hintergrundrauschen oder ähnliche Probleme widergegben.

Das Mikrofon ist ebenfalls ein großer Pluspunkt. Jeder konnte mich bestens bei Counter-Strike verstehen, auch beim Telefonieren per Netmeeting über ein Netzwerk gab es keine Qualitäts-Probleme. Es ist zwar nicht so gut verstellbar wie das des CS-410 von Hama, lässt sich aber einfach hoch und runter stellen und heraus- bzw. hereinfahren. Der Abstand vom Mund ist genau richtig, wodurch die Stimme bestens abgefangen wird. Ich wüsste im Moment nicht, was man daran verbessern könnte!

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Zusätzlich gibt es an der Schnur einen praktischen Regler für die Lautstärke und das Mikrofon (mit Stummschaltung) – sehr lobenswert! Damit diese „Kapsel“ nicht zu schwer herunterhängt, kann man sie wo man will festclippen.

Fazit: Kopfhörer und Mikrofon des HS1 sind top! Nur die Polsterung hätte noch etwas stärker sein können, doch meiner Meinung nach ist die Konstruktion gelungen.

Plantronics DSP-500

Als letztes habe ich mich um das DSP-500 gekümmert. Es grenzt sich von der Technik von den anderen ab. Es funktioniert nicht über den normalen Mikrofon Out der Soundkarte, sondern wird an den USB-Anschluss angeschlossen. Es besitzt eine im Kabel integrierte „Kapsel“ mit Signalprozessoren mit denen alle digitalen Signale in Audio-Töne umgewandelt werden. Somit wird eine Soundkarte überflüssig. Hat man eine schlechte Soundkarte, lassen sich also trotzdem gute Klangergebnisse erzielen. Hat man hingegen eine bessere Soundkarte, so ist diese Technik überflüssig. Auch beim Neukauf beider Komponenten, Soundkarte und Headset, sollte man mehrmals nachdenken. Denn kauft man beides unabhängig voneinander kann man durchaus günstiger kommen als mit dem DSP-500.

Auf Grund der außergewöhnlichen Technik ist leider eine zusätzliche Software- und Treiber-Installation nötig. Die Installation geht eigentlich einfach von statten: CD rein, Software installieren, Treiber installieren, USB-Anschluss einstecken und fertig. Wenn man es nun nicht braucht, dann zieht man es einfach heraus, und wenn man es später wieder in den USB-Anschluss steckt, so wird sofort alles erkannt, und muss nicht neu installiert werden. Ist das Headset an den USB-Anschluss angeschlossen, wird die Soundkarte außer Betrieb gesetzt. Zieht man es heraus, ist die Soundkarte wieder normal aktiviert.

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Sehr gut hat mir das Software-Paket gefallen!
Da haben wir Net2Phone für Internet Telefonie (leider zusätzliche Kosten, aber das ist ja logisch), dann L&H VoiceXpress (Programm zur Spracherkennung z.B. bei Word), Music Match (MP3 und Internet Audio Player), Audion (MP3, CD und Audio Player), Firetalk (Datentransfer und Voice Mail), Hear-Say Lite (Audio E-Mails), Hear Me (Chat via Internet) und als Höhepunkt die Vollversion von Soldier of Fortune!
Ein wirkliches großes umfangreiches Sortiment – so soll es sein.

Vom Tragekomfort her ist es wie das HS1 von Plantronics, nur etwas stärker gepolstert. Es hat einen dehnbaren Gummiring, welcher die optimale Position des Headsets auf dem Kopf garantiert, sowie verlängerbare Seiten, so dass bei größeren Köpfen zusätzlich die Ohrmuscheln etwas nach unten gezogen werden können.
Die Kopfhörer sitzen bequem am Ohr, obwohl das CS-410 von Hama noch besser saß. Leider stößt das Ohr manchmal noch an das hier gepolsterte Gitter, was meiner Meinung nach nicht sein sollte.

Die Qualität des Sounds ist okay, bietet aber für diese Preisklasse zu wenig. Zwar können die Kopfhörer sehr gut mit Höhen und Tiefen umgehen, doch komplexe EAX-Effekte kommen etwas dumpf herüber.

Das Mikrofon dagegen erfüllt fast alle Ansprüche. Jeder konnte mich gut verstehen, und es ist nicht direkt vor dem Mund, so dass es eine gute voreingestellte Entfernung hat. Leider kann man das Mikrofon nur nach oben und unten bewegen sowie herausschieben – die Zuleitung zum Mund ist nicht so schön variabel wie es wünschenswert wäre.

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Fazit: Das DSP-500 ist ein Profi-USB-Headset für PC und MAC, welches vor allem im Preis-Leistungs-Verhältnis versagt, denn der teure Preis ist trotz gutem Software Paket einen klarer Minuspunkt. Widererwartend ist die Klangqualität kaum besser als bei dem weniger als halb so teuren kleinem Bruder, dem HS1. Die USB-Lösung ohne Soundkarte ist zwar innovativ, wohl aber nur für Laptops ohne Soundkarte oder für PCs ohne Soundkarte und ohne einen freien PCI-Slot sinnvoll.

Microsoft SideWinder GameVoice

Das SideWinder GameVoice-Set von Microsoft nimmt eine Sonderstellung unter den getesteten Produkten ein. Der Grund dafür liegt darin, dass es direkt für Spiele konzipiert wurde. Dabei bietet es grundlegend zwei Funktionen:

1. Das Spiel per Spracheingabe steuern

Hier kann man in der GameVoice-Software einstellen, dass bestimmte Sprach-Eingaben über das Mikrofon Tasten entsprechen. So kann man zum Beispiel in Unreal Tournament „Enforcer“ sagen und wechselt automatisch zum Enforcer – als ob man die Taste gedrückt hätte. Hilfreich ist das zum Beispiel auch für die Voice-Commands in Counter-Strike oder Return to Castle Wolfenstein (RtCW). Um in RtCW „Medic“ zu rufen, muss man die Tastenabfolge V-2-1 drücken, oder man legt sich für diese Kombination eine einzelne Taste fest. Um aber für alle Befehle, die man gebrauchen könnte, eine Schnelltaste anzulegt, reichen die Tasten der Tastatur leider nicht und selbst wenn sie doch reichen würden, könnte man sich nie alle merken, verliert die Übersicht und letzten Endes wertvolle Zeit im Spiel. Für so etwas ist GameVoice wie geschaffen. Man legt einfach den Sprachbefehl „Medic“ an und weist ihm die Tasten V-2-1 zu. Weiterhin kann man für Sprachbefehle Makros festlegen, welche man aufzeichnen und nachträglich editieren kann. Mit den Makros ist es möglich, eine Tastenfolge festzulegen und für jede Taste eine Drückdauer in Millisekunden einzustellen.
Damit die Sprachbefehle auch funktionieren, muss man für jedes Spiel ein eigenes Profil anlegen. Bei der Software sind bereits einige Profile für bekannte Spiele enthalten. Man kann selbst neue erstellen oder editieren. Weiterhin findet man auf der Internet-Seite www.gamevoice.de weitere Profile.
Um die Erkennungsrate der Sprachbefehle zu optimieren, gibt es in der Software verschiedene Optionen. So kann man zum Beispiel die Toleranz zur Erkennung eines Befehls festlegen. Ist sie zu niedrig, ist ein heilloses Durcheinander die Folge, da GameVoice alles was man sagt als irgendein Sprachbefehl erkennt. Ist sie aber zu hoch, erkennt die Software wiederum nichts mehr. Auch kann man einstellen, welche Mindestlänge die Geräusche haben müssen, damit sie von GameVoice überprüft werden, und wie viel Ressourcen die GameVoice-Software zur Erkennung nutzen soll, was die CPU-Nutzung beeinflusst.

2. Mit Teamkollegen und Gegenspielern unterhalten

Dieses Feature ist nicht nur für Spieler interessant. Man kann es auch zum chatten verwenden, ohne dass dabei ein Spiel läuft. Primär ist es aber dafür gedacht, dass sich Teilnehmer eines Online-Matches unterhalten, taktisch beraten usw. können. Der Chat wird nicht im jeweiligen Spiel selbst, sondern in der parallel laufenden GameVoice-Software realisiert. Damit man auch Mitspieler für sein Spiel findet, muss man in einen Chat-Room gehen, der sich mit diesem Spiel befasst. Dort wird dann beraten, an welchem Server man im Spiel teilnimmt. Man kann natürlich auch eigene Chats eröffnen. Haben sich dann mehrere Interessenten zu einem Spiel gefunden und wurde ein Spiel-Server ausgemacht, kann’s losgehen! In der Software kann man einzelnen Spielern einen Kanal zuweisen, also zum Beispiel Spieler X auf die 1 und Spieler Y auf die 2 legen. Genauso gut kann man mehreren Spielern einen Kanal und einem Spieler mehrere Kanäle zuweisen. Des Weiteren kann man die Spieler kennzeichnen, die im eigenen Team sind. Ist das erledigt, kann man bequem im Spiel chatten. Auf dem Control Pad findet man die Tasten 1 bis 4, „Team“ und „All“. Diese Tasten entsprechen den verschiedenen Kanälen. Drückt man also „1“, wird man nur von Spieler X gehört. Drückt man „Team“ kann man sich mit dem gesamten Team verständigen. Es ist auch möglich, gleichzeitig auf mehreren Kanälen zu sprechen. Und drückt man „All“, spricht man alle Spieler an, was zum Beispiel genutzt werden kann, um den Feind zu provozieren.

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Aufbau des GameVoice-Sets.

Nun zum eigentlichen Headset: Dieses ist baugleich mit dem Modell DSP-300 aus dem Hause Plantronics. Es ist nicht besonders solide und kommt dem Einsteiger-Modell CS-498 von Hama näher als den getesteten Profi-Headsets. Es besteht hauptsächlich aus Plastik und ist – abgesehen von den Ohrmuscheln – nirgends gepolstert. Dadurch ist das Headset aber auch sehr leicht. Man muss ihm auch zugestehen, dass es sich nicht unangenehm trägt. Durch einen simplen Aus- und Einfuhr-Mechanismus und auf Grund dessen, dass die Ohrmuscheln an einem Kugelgelenk angebracht sind, lässt es sich relativ gut auf die Kopfform und -größe einstellen.

Die Bedienung des Sets ist natürlich schwieriger als bei den Übrigen. So muss man Treiber und Software installieren, das Set „zusammenstecken“ und sich mit der Software vertraut machen. Das schreckt erstmal ab, ist aber im Endeffekt nur halb so schlimm. Und hat man erst einmal alles eingerichtet, ist die Bedienung kinderleicht. Das und die Tatsache, dass der SideWinder GameVoice viel mehr Funktionen als ein einzelnes Headset bietet, ist der Grund dafür, dass wir die Bedienung nicht besonders abgewertet haben (siehe Wertungs-Tabelle).

Die Sound-Qualität ist natürlich nicht überragend – schon weil die Kopfhörer an den Seiten nicht weiter gepolstert bzw. abgeschirmt sind. Trotzdem bietet das Headset mehr, als man in den ersten Momenten vermutet hätte. Die Bässe sind zwar nicht Kino-reif, wirken jedoch um einiges besser als bei normalen Desktop-Boxen, sodass ich nach kurzer Zeit Musik lieber mit dem SideWinder GameVoice gehört habe. Ebenso ist das Headset für Spiele wie Counter-Strike und Return to Castle Wolfenstein, aber auch Empire Earth gut geeignet. Beim Offline-Spielen kann übrigens das oben schon erwähnte Control Pad ebenfalls zum Einsatz kommen, da man an diesem die Lautstärke bequem einstellen kann. Und mit einem kleinen Schalter kann man den Sound auch problemlos wieder über die Desktop-Boxen ausgeben lassen.

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Das Mikrofon ist gut einstellbar. Man kann es dank Kugelgelenk drehen und die Länge der Zuleitung ändern.

Es bietet einen relativ guten Klang, was ja auch sein möchte, da der SideWinder GameVoice für die Spracheingabe konzepiert ist. Im Online-Chat wurde ich immer verstanden, wobei die Qualität nicht berauschend war. Das ist aber einzig und allein auf die Kompression der Sounds zurückzuführen, welche sonst zu groß wären um online life zu chatten. Um die Qualität dennoch zu überprüfen, habe ich einfach eine Wave-Datei aufgenommen und diese dann wiedergegeben. Der Grundton, der immer zu hören war, ist ein schwaches Piepen. Hier verstärkt, damit man es erkennen kann:

gamevoice-record.gif

Der Ton ist sichtlich unrein, wie die Ausbrüche (besonders nach oben) zeigen. Davon abgesehen, war alles aufgenommene sehr gut zu verstehen und nicht verfälscht.

Fazit: Der Microsoft SideWinder GameVoice ist rein von der Wertung her nicht der Sieger des Testes, weil die Kopfhörer- und Mikrofon-Qualität sowie der Komfort mit den Profi-Headsets nicht mithalten kann. Aber durch das beispiellose Control Pad in Kombination mit der Software ist das Set für Spieler und vor allem Online-Spieler unser Kauftip.

Wertungstabelle

wertungstabelle.png
(Das Preis-/Leistungsverhältnis berechnet sich folgendermaßen: Preis / ( 60 - 10 * Wertung ) + 1)

Fazit

In meinen Augen hat das CS-410 den Titel „Testsieger“ verdient. Nicht nur, dass es im Preis-Leistungsverhältnis sehr gut ist, es hat mich in allen Testkriterien überzeugt. So stelle ich mir ein gutes Headset vor. Das von anderen Zeitschriften als Testsieger befundene HS1 von Plantronics ist ebenfalls gut, doch dort gibt es zwei Mängel. Erstens stoßen die Ohren teilweise an das Gitter in den Ohrmuscheln an. Zweitens ist der Preis meiner Meinung nach zu hoch. Das DSP 500 von Plantronics grenzt sich von allen anderen völlig ab, schon weil es eine andere Preisklasse ist. Der Preis steht jedoch in keiner Relation zu den gebotenen Features. Das CS-498 ist sozusagen ein Lite-Headsets. Es schafft keine großen Lautstärken und die Mikrofon-Qualität ist nicht zu vergleichen mit der von den „großen Brüdern“. Der SideWinder GameVoice spielt ebenfalls eine Sonderrolle. Sicherlich ist er nicht für den hohen Musikgenuss geeignet, aber für das Online-Gaming ist er eigentlich der einzige Favorit.
Letzten Endes sollte jeder selbst entscheiden, welche Ansprüche er an ein Headset stellt und wieviel Geld er ausgeben will. Für den schmalen Geldbeutel zum Beispiel ist sicherlich das CS-498 eine sinnvolle Investition.

unbekannt (redaktion at playable.de)
Dienstag, 15. Januar 2002
Playable.de – Wo selbst Reich-Ranitzki noch was lernen kann.

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