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MSI KT4V

  1. Features
  2. Lieferumfang
  3. Design
  4. Bios
  5. Benchmarkergebnisse
  6. Fazit
  7. Pro & Kontra
  8. Wertung

Ob Geschwindigkeitszuwachs, DDR-Ram-Support, neue CPU, Übertaktbarkeit, ein Defekt beim alten Mainboard – es gibt fast immer einen Grund, sich ein neues Mainboard anzuschaffen. Oft wird das Motherboard aber auch nur ausgetauscht, weil der neu angeschaffte Prozessor eine neuere Hauptplatine benötigt. Man will ja nichts kaputt machen, wenn man versucht, einen Athlon auf ein Socket-7-Mainboard zu pressen.
Das neue MSI KT4V, welches auf dem sich noch nicht allzu lange auf dem Markt befindenden VIA KT400-Chipsatz basiert, vereint die Stärken früherer KT333-Boards mit einem gelungenen Bios und dem Support für AGP 8x, DDR200/266/333/400-Ram und Bluetooth. Außerdem hat es guten OnBoard-Sound (ein 5.1-System) und 10/100-MBit-OnBoard-LAN. Und last, but not least, hat es auch eine relativ ansprechende Optik.

Features

  • CPU:
    • Unterstützt AMD Athlon / Athlon XP / Duron Prozessoren bis 2800+
  • Chipsatz:
    • VIA KT400 Northbridge
    • VIA VT8235 Southbridge
    • Unterstützt DDR200/266/333/400 Ram
    • AGP 4x / 8x
    • OnBoard AC97 Sound
    • ACPI & PC2001 Power Management
    • USB 2.0 Controller (abwärtskompatibel zu USB 1.1)
  • Hauptspeicher:
    • Unterstützt bis zu drei 184-polige DDR DIMM Speicherbänke (bis zu insgesamt 3 GB)
  • Slots:
    • Ein AGP 1,5 Volt 4x/8x Slot
    • Sechs 32-Bit PCI Bus Slots
    • Ein CNR-Slot
  • OnBoard IDE:
    • Bis zu drei IDE-Kabel anschließbar
  • OnBoard Peripherals:
    • Ein Floppy-Port
    • Zwei serielle Ports
    • Ein Parallel Port (unterstützt SPP/EPP/ECP)
    • Vertikale Audio Ports
    • Ein SPDIF output
    • Sechs USB-Ports (Rear * 4/Front * 2)
  • Bluetooth:
    • Ein Bluetooth Connector
  • Audio:
    • RealTek ALC 650 5.1 Audio
  • LAN:
    • VIA VT6103 10/100 MBit LAN
  • BIOS:
    • „Plug & Play“-Bios
    • Desktop Management Interface (DMI)
  • Format:
    • ATX Form Faktor: 30.5cm X 21cm

Das mit circa 90 € recht günstige MSI KT4V hat (im Gegensatz zu der Edel-Version KT4 Ultra) keinen OnBoard Raid-Controller, auch der Support für Firewire fehlt. Unpraktisch für Besitzer einer Digitalkamera!

Lieferumfang

Mit dem Board selber, das in einer für Mainboards üblichen Pappschachtel kommt, befinden sich ein IDE-Kabel, ein Floppy-Kabel, ein MSI-Sticker fürs Gehäuse, ein Slotblech für sämtliche nach Außen gehende Anschlüsse (LAN, Sound usw.), ein Bluetooth-Connector und natürlich das Handbuch, welches mit 56 Seiten in englischer Sprache relativ umfangreich und verständlich und einleuchtend geschrieben ist. Zusätzlich zu der mitgelieferten Hardware liegen in der (übrigens sehr schön anzusehenden) Schachtel zwei CDs, die einige Treiber und nützliche Tools beherbergen. So zum Beispiel PC-Alert, ein Programm, das neben anderen Features die Temperatur der CPU abliest und Alarm gibt, sobald sie einen vorher festgelegten Rahmen sprengt. Unbedingt notwendig, um das Mainboard zum Laufen zu bringen, ist allerdings erwartungsgemäß keines der Programme.

Design

Das Design des KT4V entspricht den ATX-Normen. Es ist 30,5 cm lang und 21 cm breit und hat 6 Löcher zur Befestigung im Gehäuse. Wie bei jedem anderen Mainboard gilt auch hier: Abstandhalter dazwischensetzen, sonst kann man sich vom Mainboard und möglicherweise auch noch dem Prozessor verabschieden, bevor ein Kurzschluss sie ins Grab wandern lässt.
Die Rasterplatte des KT4V ist in Rot gehalten. Die DDR-Ram-Slots befinden sich rechts vom oben mittig gelegenen CPU-Socket und der sich darunter befindenden KT400-Northbridge, die übrigens samt ihrem grünen Passivkühler die gleiche Größe hat wie ihre Vorgängerin, die KT333.
Noch weiter rechts, am Rand des Mainboards (apropos Rand: alle Ecken sind natürlich abgerundet), befindet sich der Floppy-Connector für 3,5" Diskettenlaufwerke.
Links neben dem CPU-Socket befindet sich der ATX-Power-Connector. Noch weiter links befinden sich die i/o-Anschlüsse.

design.jpg
KT4V Board-Design.


Der AGP-Slot befindet sich oberhalb der sechs PCI-Slots, der CNR-Slot ist südlich von ihnen angebracht.
Rechts von den PCI-Slots befinden sich die VIA VT8235-Southbridge sowie sämtliche Gehäuse-Stecker für z.B. die Power-LED, HDD-LED, Power-Switch, Reset-Switch, etc. Außerdem befindet sich dort ein Anschluss für einen zusätzlichen Gehäuselüfter.
Das Board hat allerdings einige Layout-Schwierigkeiten. So ist z.B. der Abstand zwischen den Ram-DIMMs und dem AGP-Slot viel zu gering. Bei größeren Grafikkarten kann es zu Problemen kommen.
Bei mir persönlich gab es auch noch ein Problem mit dem Montieren des CPU-Lüfters, da er nach außen abstehende Rohre für Kühlflüssigkeit hat, die an einige elektronische Teile gedrückt haben, aber dies lies sich leicht lösen durch das sanfte Wegdrücken der Teile. Ansonsten ist gerade um den CPU-Socket genügen Platz für Kühler vorhanden, auch eine große Wasserkühlung findet hier ausreichend Platz.
Das größte Problem ist jedoch, dass die IDE-Anschlüsse auf dem Board sehr weit unten angebracht sind. Da CD/DVD Rom-Laufwerke aber oftmals ganz oben im Gehäuse angebracht sind, kann es vorkommen, dass das IDE-Kabel nicht lang genug ist. Bei mir hat es gerade so eben gepasst, jetzt ist das Kabel straff durch das gesamte Gehäuse gespannt – wäre die Strecke einen Zentimeter länger gewesen, ich hätte mir ein längeres IDE-Kabel anschaffen müssen.

Bios

Das Bios (gefertigt von American Megatrends Inc., kommt es in der Version 07.00T) ist ein wahrer Traum für Overclocker. Sehr viele Voltages lassen sich bequem an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Der große Knaller ist aber der einstellbare Front Side Bus des Prozessors: Er lässt sich von 100 MHz bis zu 280 MHz (!) einstellen, was für Athlons wirklich extrem ist. Die Frage bleibt nur, was für ein Monster von einem Kühler benötigt wird, um solch eine CPU (die momentan vollkommen utopisch ist) vor dem Hitzetod zu bewahren. Bei einem Multiplikator von 12,5 ergäbe sich daraus ein Produkt von 3500 MHz.

bios.gif
Bios von AMI: ein wahrer Traum für Overclocker.

Benchmarkergebnisse

Das Testsystem bestand aus folgenden Komponenten:

Zum Testen wurde SiSoft Sandra2003 benutzt.

sandra1.jpg
CPU Arithmetic Benchmark


sandra2.jpg
Memory Bandwith Benchmark


Sandra2003 ist zwar kein Benchmark im eigentlichen Sinne, ist jedoch weit verbreitet und bietet viele genaue Informationen über die theoretische Geschwindigkeit des Systems.

Zum Abschluss der Benchmarks kann man nicht sagen, dass es wirklich hervorstechende oder besonders gute Ergebnisse sind, was das Mainboard angeht. Es gibt einige KT400-Boards, die schneller sind als das KT4V.
Was die Stabilität angeht, ist das KT4V gehobene Mittelklasse. Bei unseren Tests sind nur wenige Probleme aufgetaucht, die auf die Instabilität des Mainboards zurückzuführen sind.

Fazit

Das MSI KT4V ist ein gutes, fürs Overclocken geeignetes, relativ stabiles und trotzdem billiges Mainboard. Es hat keine wirklich gravierenden Geschwindigkeitsdifferenzen zu anderen KT400-Boards. Einzig und allein das wenig durchdachte Layout stört, am ärgerlichsten ist die Sache mit den IDE-Anschlüssen, die bei Besitzern von Big-Towern oder größeren Midi-Towern den Kauf von einem längeren IDE-Kabel dringend nötig macht.

Pro

Kontra

  • Sehr gute Ausstattung
  • OnBoard 5.1 Sound
  • OnBoard 10/100 MBit LAN
  • FSB bis zu 280 MHz einstellbar
  • Voltages komfortabel regulierbar
  • USB 2.0-Support
  • AGP 8x
  • Detailliertes Handbuch
  • Erhebliche Probleme mit dem Layout
  • Handbuch nur in englischer Sprache
  • Hohe Temperaturen in der Northbridge, könnte einen besseren Kühler gebrauchen

Wertung

Gesamt
84%
Ausstattung
95%
Verarbeitung/Design
77%
Übertaktbarkeit
89%
Leistung
85%
Stabilität
83%
Georg Holzapfel (memdee at playable.de)
Mittwoch, 19. März 2003
der ferd hat vier beiner an jeder seiten einer und hat er mal keiner dann umfallt.

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