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Aura: Tor zur Ewigkeit

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Schulnote 2

Aura ist ein sehr schönes Knobelspiel für zwischendurch. Es überzeugt … weiter

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Eine fantastische Reise in eine Spielwelt, die nahezu ausgestorben ist. Mit Rätseln gespickt liefern Streko-Graphics und DreamCatcher Interactive eine harte Nuss für den Kopf des eingetrockneten Shooter-Spielers. Mystische, himmlische, mechanische Welten liegen euch zu Füßen. Nur wer sich fallen lässt und seinen Kopf frei hält für die zahllosen Rätsel, die jede Ebene mit sich bringt, kann es schaffen das Tor zur Ewigkeit aufzustoßen.

Start ins Spiel

Mit drei CDs ist der Umfang recht groß geraten und wäre eventuell besser auf einer DVD aufgehoben. Glücklicherweise bleibt einem aber nach der Installation die Laufwerkswechslerei erspart und man benötigt nur noch die erste der drei Silberscheiben. Hat man die reibungslose Installation hinter sich gebracht, wird man in die mystische Welt *Auras_ geworfen.

Aus der First-Person-Sicht lenkt ihr in Point’n’Click-Manier den Hauptcharakter von Rätsel zu Rätsel, wobei Wege stets durch grüne Pfeile und bewegliche Knöpfe, Tasten, Gerätschaften und sammelbare Gegenstände durch eine grünliche Verfärbung des Mauszeigers offen gelegt werden. Durch das Bewegen der Maus wird übrigens nicht die Position des Zeigers, sondern die Sicht des Charakters verändert. Auf diese Weise befindet sich der Cursor immer zentriert auf dem Bildschirm.

Vier Ringe und ein Tor

Es gibt eine Legende, die von vier Ringen erzählt, vier heiligen Ringen der Welten. Die Hüter dieser Welten können mittels dieser Schmuckstücke in parallele Welten reisen und den Besten unter ihnen ist es sogar möglich, neue Welten zu erschaffen. Weiterhin heißt es, dass derjenige, dem es gelingt, alle Ringe und die geheimen Artefakte der vier Welten in seinen Besitz zu bringen und zu vereinen, unvorstellbare Stärke, Macht und Unsterblichkeit erlangt. Der Spieler schlüpft in den Körper Umangs, der von Arakon, seinem Lehrmeister, erwählt wird nach Ademika zu reisen. Dort soll er seine Ausbildung fortsetzen. Jedoch kommt es zu einem unerwarteten Aufstand der Hüter. So geschieht es, dass Umang die vier Ringe mit der Aufgabe erhält die geheimen Artefakte zu suchen. Um zu verhindern, dass eine falsche Macht sich dieser bedienen könnte, beginnt eine Reise durch die vier Welten.

Landschaften und Rätsel

Auf der Suche nach den Artefakten verschlägt es einen in alle Bereiche; in das Ademika-Tal mit dem Tor zur Welt der geheimen Forschung und den heiligen Ritualen, nach Dragast, der mechanischen Welt und Königreich der Berge und des Schnees, nach Na-Teixu, der esoterischen Welt der Astronomie und der Magie, sowie auf die geheimnisvolle Insel der Einigkeit.

Alle Orte haben eines gemeinsam: Unmengen an Rätseln. Meist bestehen diese in Maschinenpuzzles, was so viel heißt, dass funktionsuntüchtige Kisten bereitstehen, deren Zweck oft unbekannt ist, die es aber in Gang zu bringen gilt. Was leicht klingt ist alles andere als einfach. Oft hat man zahlreiche Dinge im Inventar, die in mehreren Maschinen Platz finden, aber durch gewisse Kombinationen untereinander und in den Apparaten die eigentliche Verwendung offenbaren. Eine kleine Hilfe bietet Umang mit seinem Notizbuch, dem oft Hinweise entnommen werden können und die harten Rätsel ein wenig transparenter scheinen lassen. Neben den Maschinenrätseln, die das Spiel klar dominieren, stößt man zum Beispiel in Dragast auch auf Brücken- oder Klangfolgerätsel. Die Kniffligkeit ist auch hier sehr hoch angesetzt. Ebenso wie das gesamte Gameplay auf Knobeleien ausgelegt ist, sollten sich nur absolute Rätselfans an Aura versuchen, denn bei allen Anderen kann es leicht zu Frust kommen, wenn man an zwei Rätseln schon mal drei Stunden sitzt. Es sei hier auch bemerkt, dass man oft bei den im folgenden erwähnten Zwischensequenzen noch einmal angestrengt nachdenken muss, an welchem Punkt der Geschichte man sich eigentlich befindet, da die Rätsel durch ihre hohe Intensität mitunter die Story verdrängen, bzw. in den Hintergrund zwingen.

Wunderschöne Hintergründe

Wie für derartige Spiele typisch, sind die Umgebungen wunderschön gerendert. Die Grafiker haben sich unglaubliche Mühe gemacht auch noch den kleinsten Gipfel des hintersten Berges deutlich erkennbar zu gestalten, Schnee darauf zu verteilen und eine realitätsnahe Sicht zu reflektieren. Die Welten an sich sind stets unterschiedlich und haben allesamt ein anderes, bestechendes Design. Jedes Bild ist sehr fein ausgearbeitet und auch die häufig auftretenden Zwischensequenzen können überzeugen. Lediglich einige Menschen, die in den Konversationsvideos auftauchen, sind gewöhnungsbedürftig. Imposante Maschinen, deren Aktionen ebenfalls in Videosequenzen gezeigt werden, sind fantasievoll und real dargestellt. Zum Teil existieren auch Animationen innerhalb der gerenderten Hintergründe, dies ist aber selten. Ähnlich verhält es sich mit dem akustischen Level des Spiels. Hier bestechen ruhige, meditative Klänge und unterstützen den Spieler einen klaren Kopf zu behalten die kniffligen Rätsel zu lösen. Obwohl sie nie nervtötend auffallen, besteht dennoch die Möglichkeit der Regelung der Lautstärke sowohl bei Sprachausgabe als auch Umgebungsgeräuschen. Die Sprecher sind professionell und überzeugen auf der ganzen Linie. Leider sind Gespräche eine Rarität, denn in Aura zählt nur die Kniffelsprache: Das Klicken, Klackern und Schnappen der Maschinen. Hervorheben lassen sich an dieser Stelle vor allem die unterschiedlichen Geräusche der Apparate.

Christian Tillack (xc at progamerz.com)
Freitag, 17. September 2004
Gamigo = Der Feind.

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