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Battlefield Vietnam

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Schulnote 2

Battlefield Vietnam ist im LAN die ultimative Wahl für Fans des … weiter

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Wir hocken zusammengekauert in einem Gebüsch. Um uns noch mehr Gebüsch. Und der Rest unseres Platoons, zusammen mit dem Colonel, der uns Handzeichen gibt, weiter vorzurücken. Leise natürlich, denn überall könnten Vietcong lauern. Wir schleichen durch das hohe Gras. Plötzlich hören wir eine Art „Ploing“. Uns schiesst durch den Kopf: Das kann nur eine Mine, eine sogenannte Bouncing Betty sein. Blitzschnell werfen wir uns auf den Boden. Eine Trommelfell zerreißende Explosion. Glück gehabt; die Mine, die bei Aktivierung erst auf Brusthöhe springt, bevor sie detoniert, hat uns weitgehend unbeschadet gelassen. Doch uns ist bewusst: das war nur der Anfang.
Wie erwartet bricht ein Höllenfeuer los. Kugeln zerreißen die Luft um uns, lösen Splitter von Baumstämmen, an denen sie aufschlagen. Wir rollen uns seitwärts hinter einen kleinen Felsen.
Wir blicken uns um. Der Großteil unseres Platoons ist bereits tot. Nur der Colonel hinter dem Baumstumpf vor uns hantiert an dem Funkgerät herum. Er schreit nach Luftunterstützung. Uns wird klar: Ist diese erstmal da, werden auch wir wenig Chancen haben, dem Napalm zu entkommen …

Filmreifes Szenario

Wer jetzt denkt, dass solch ein Szenario nur aus einem Kriegsfilm kommen und in seiner Realistik nie von einem Computerspiel erreicht werden kann, der liegt da gar nicht einmal so falsch. Battlefield Vietnam kommt aber trotzdem recht nah dran. Von Fans des Vorgängers Battlefield 1942 heiß erwartet, wartet es tatsächlich mit allen (und noch ein paar mehr) Features auf, die man von einem guten Kriegsspiel erwarten kann.
Fiese Nordvietnamesen lauern, von der bösen Sowjetunion mit Material unterstützt, im dichten Dschungel in Erdlöchern ahnungslosen südvietnamesischen Truppen und amerikanischen „technischen Beratern“ auf. Selbstverständlich mit allerlei raffiniertem Spielzeug, wie eben der „Bouncing Betty“ (welche übrigens in der Realität noch in 20 Metern Distanz Menschen töten kann).

Neben mehreren weiteren Arten von Minen, Booby Traps und Sprengladungen gibt es auf Seiten der NVA (welche die Vietcong repräsentieren) noch allerlei fiese Fallen wie mit scharfen Bambusstangen gefüllte Löcher. Neben der typischen Terroristen-Waffe, der AK-47, haben die nordvietnamesischen Streitkräfte auch Zugriff auf RPDs (leichte sowjetische Maschinengewehre aus dem Zweiten Weltkrieg) und wärmesensible Stinger-Raketen. Als Sekundärwaffe steht der NVA neben der TT33, einer Handfeuerwaffe ebenfalls aus dem Zweiten Weltkrieg, auch eine doppelläufige Signalpistole, bekannt von den japanischen Streitkräften während des Zweiten Weltkriegs, zur Verfügung.
Die USA sind da schon etwas moderner. Sie warten mit ihrem gesamten Fuhrpark aus der Vietnam-Ära auf, der unter anderem den berühmten Phantom-Düsenjäger (inklusive Napalm), den M.U.T.T-Geländewagen (leider nur in der Ausführung mit Raketenwerfer lieferbar) und den Bell 205 Kampfhubschrauber (besser bekannt unter den Namen UH-1, Huey oder Iroquios) beinhaltet.

Sämtliche Hubschrauber auf Seiten der Amerikaner haben ausserdem eine Seilwinde an Bord, mit der sie (Achtung, Neuerung!) sämtliche eigene Fahrzeuge (sogar Boote) an den Haken nehmen und zu ihrem Einsatzort transportieren können. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern sorgt manchmal auch für lustige Stunts (die an den Haken genommenen Fahrzeuge können natürlich auch bemannt sein – beim Auskoppeln in luftiger Höhe vielleicht nicht ganz zu witzig für den der drinnen sitzt). Abgesehen davon kann man angekoppelte Fahrzeuge auch als eine Art Bombe auf gegnerische Panzer fallen lassen.
Als Infanteriewaffen stehen den amerikanischen Truppen unter anderem die legendäre M16 Assault Rifle, das M21 Snipergewehr, der M72 LAW Raketenwerfer (LAW = Light Anti-Armor Weapon, zu deutsch Panzerfaust) und das schwere Maschinengewehr M60 zur Verfügung.
Und da sind wir schon bei dem ersten schweren Balancingfehler: Sowohl die LAW als auch die M60 stehen einem und demselben amerikanischen Truppentypen zur Verfügung. Somit trägt dieser die stärkste Infanteriewaffe und die stärkste Anti-Armor-Waffe bei sich. Das Resultat: Auf etlichen Internet-Server kommt es teilweise zu Team-Verhältnissen von 2 Nordvietnamesen gegen 12 Amerikaner (die selbstverständlich alle die M60 und die LAW mit sich tragen).
Stationäre Flak-Geschütze sucht man übrigens vergeblich; scheinbar hat man sie nicht für sinnvoll erachtet.

Altbekanntes Spielprinzip

Das Spielprinzip dürfte Fans des Vorgängers und/oder einer der zahlreichen Mods bekannt sein. Zwei Parteien bekriegen sich, während das Hauptaugenmerk der Einnahme von Spawnpoints gilt. Wird ein Soldat getötet oder hat die gegnerische Seite mehr als die Hälfte aller Spawnpoints in seinem Besitz, verliert die erste Partei Punkte in Form von so genannten Tickets.
An diesem Spielprinzip hat sich im Grunde so gut wie nichts geändert.
Wer jetzt jedoch denkt, er spiele gegen berechenbare Bots, der hat sich geschnitten. Zwar existiert in Battlefield Vietnam auch ein Singleplayermodus mit Computergegnern und -teamkameraden, jedoch ist das Spiel für fanatische Einzelspieler kein glücklicher Griff. Kampagnen, einen Evolutionsmodus oder gar verschiedene Spielmodi sucht man im Singleplayermenü vergeblich.
Es existiert nur ein einziger Modus, der identisch mit dem Multiplayermodus ist, nur dass man eben gegen Computergegner spielt.

Bei Battlefield Vietnam unterscheiden sich die beiden Parteien durch mehr als nur die Player- und Fahrzeugskins und die Waffenmodelle. Während die USA mehr auf konventionelle Kriegsführung mit schwerfälligen Panzern und mächtigen Flugzeugen setzt, liegt den Nordvietnamesen eher das Schleichen, Fallenstellen und Auflauern (wie auch am Waffeninventar zu sehen, s.o.).

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