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Der Anschlag

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Schulnote 2

Mit dem leicht abgeänderten Spielprinzip hat sich Red Storm keinen … weiter

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Passend zum Kinofilm „Der Anschlag“ bringen Red Storm Entertainment und Ubi Soft den gleichnamigen Taktik-Shooter auf den Markt. Wie im Film geht es darum, eine Gruppe internationaler Terroristen, die in den USA einen Anschlag mit einer Atombombe verübt haben, unschädlich zu machen. Ob das Spiel genauso packend wie der Film ist, erfahrt ihr im Test!

Vereinfachtes Spielprinzip

Das Spiel führt den Spieler und seine KI-Gefährten an eine Vielzahl von Orten, in denen Terroristen neutralisiert, Geiseln befreit, Bespitzelungs-aktionen durchgeführt und Bomben entschärft werden müssen. Der Anschlag basiert auf der Ghost Recon-Spielengine, die ein wenig weiterentwickelt wurde und um einiges actionlastiger und weniger mit taktischen Elementen ausgestattet ist als in den Vorgängern.
Auf die Planung der Einsatzsituation und die Waffenverteilung auf die Teammitglieder vor der eigentlichen Mission wurde verzichtet. Dass heißt, dass es nun im Gegensatz zu Ghost Recon nicht mehr möglich ist, in der Planungsphase die Bewegung der einzelnen Teammitglieder selbst zu definieren oder deren Waffen individuell auszusuchen. Man ist auf die angegebenen Einsatzpläne und Waffenkits angewiesen, was das Spiel vor allem für Einsteiger interessant machen dürfte.
Bei den Waffen sind Zusammenstellungen für verschiedene Einsatzzwecke vorgesehen, später kommen noch Spezialwaffen und -gegenstände dazu. Sturmteams haben Maschinenpistolen und Gewehre, Scharfschützen die entsprechenden Präzisionswaffen und die restlichen Teams verfügen über Schnellfeuergewehre, Hand-feuerwaffen, Werkzeuge und diverse Granaten.

Der Anschlag bietet neben der Einzelspieler-Kampagne, deren elf Einzelmissionen in Israel, dem Libanon, in Südafrika, auf Mauritius und in Österreich spielen, auch eine Mehrspieler-umgebung, die mit zahlreichen Spiel-Modi aufwartet. Das Spiel wird wie immer aus der Ego-Perspektive gesteuert, wobei man den Teammitgliedern Kurzbefehle per Tastatur zukommen lassen kann, die diese auch präzise durchführen. Die Kommunikation mit den Teammitgliedern ist sehr gut gelungen. Beispielsweise öffnet ein Teammitglied auf Befehl eine Tür, ein anderes wirft automatisch eine Blendgranate hinein und beide gehen in Deckung. Vor jeder Mission findet ein ausführliches Briefing statt, in dem die Handlung vorangetrieben wird und die Aufträge und Ziele des nächsten Einsatzes besprochen werden.

Mangelhafte KI

Die Gegner-Intelligenz ist, wie in den Vorgängern auch, kritikwürdig. Ein koordiniertes Vorgehen oder eine gemeinsame Verteidigungs- und Angriffsstrategie ist kaum zu erkennen. Auch schießen die vom Computer gesteuerten Widersacher oft auf Wände, hinter denen sie die Gegner vermuten. Die Terroristen verraten sich eher durch die Geräuschentwicklung anstatt sich zu verteidigen. Während man aus dem eigenem Team, welches aus drei Einheiten besteht, die Rolle jeder Person übernehmen kann, sind mitunter in den Missionen auch noch verbündete Trupps unterwegs, deren Verhalten nicht beeinflussbar ist. So rennen diese Teams oft in Fallen, die man selbst längst erkannt hat - doch eine Chance, die Kollegen zu warnen, gibt es nicht.

Keine Herausforderung

Das Spiel ist in keiner der drei Schwierigkeitsstufen besonders schwer. Spielt man die Missionen in der Stufe „easy“, so zielt der Computer sogar von alleine und man braucht bloß noch ein wenig durch die Gegend laufen und ab und zu mal schießen - die Maus bräuchte man gar nicht. Doch wie gesagt, auch in den anderen beiden Stufen stellt das Spiel kaum eine Herausforderung dar. Profis werden sich unterfordert fühlen. So ist das Einzelspielervergnügen mit dem Erreichen der letzten Mission schnell vorbei. Die sechs Karten des Mehrspielermodus können auch einzeln durchgespielt werden. Der echte Mehrspielermodus ist mit bis zu 36 Spielern in verschiedenen Spielvarianten möglich. Dazu gehören „Domination“, „King of the Hill“, „Last man Standing“, „SAR“ (Search and Rescue), „Cat and Mouse“, „Sharpshooter“, „Siege“ (Belagerung) und die kooperativen Varianten „Firefight“, „Recon“ und „Mission“.

Grafik & Sound

Die Geräuscheffekte und die Musik sind von guter Qualität. Vor allem die Kommunikation zwischen den Teammitgliedern ist gut umgesetzt worden. So erfährt man auf Anhieb, wenn ein weiterer Gegner das Zeitliche gesegnet oder ein Kamerad ein Schuss abbekommen hat. Auch die angenehm unaufdringliche Musikkulisse trägt zur Atmosphäre bei.
Optisch ist das Spiel gegenüber Ghost Recon etwas verbessert worden, vor allem was die Darstellung von Innenräumen angeht. Die Figuranimationen wirken realistisch und sind fein detailliert umgesetzt worden.

Thomas Buder (thomas at progamerz.com)
Donnerstag, 3. Oktober 2002
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