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Emergency 2 - The Ultimate Fight for Life

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Schulnote 3

Emergency 2 - The Ultimate Fight for Life macht vor allem die erste … weiter

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Viele haben in jüngeren Jahren Feuerwehrmann ganz oben auf der Berufswunschliste stehen gehabt. Diesen Traum kann man jetzt zumindest virtuell in Emergency 2 - The Ultimate Fight for Life ausleben. Doch man hat nicht nur die Möglichkeit, die Geschicke der Feuerwehr, sondern auch die der Polizei und des Rettungsdienstes zu lenken.

Das Spielprinzip

In Emergency 2 übernimmt der Spieler die Organisation von Feuerwehr, Rettungsdienst und der Polizei in 25 Szenarien. Zu Beginn einer jeden Mission erklärt ein kurzes Video die aktuelle Situation. Kurz darauf geht es in die Einsatzzentrale, in der man noch einmal genau geschildert bekommt, welche Ziele man in der jeweiligen Mission erfüllen sollte.

Jetzt muss man auswählen, welche Einheiten am Einsatzort benötigt werden. Dazu sollte man den Unfallort genau betrachten und genau analysieren, um darauf hin die benötigten Teams zusammen. Zum jeweiligen Einsatz kann man die Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Abschlepp-wagen und Helikopter schicken. Je weiter man in den Szenarien fortschreitet, umso mehr Fahrzeuge stehen einem zur Verfügung. So sind später auch ABC-Fahrzeuge, Leiterfahrzeuge, SEK-Fahrzeuge oder Löschpanzer verfügbar.

Abwechslungsreiche & abgedrehte Szenarien

Pausen darf man sich in Emergency 2 so gut wie keine erlauben, da viele Szenarien mit einem Zeitlimit verbunden sind, bis zu dem die Missionsziele erreicht werden sollen. Die meisten Szenarien haben es wirklich in sich: Wird anfangs nur ein Autofahrer von einem Zug erwischt und man muss gerade mal einen Verletzten abtransportieren und ein Auto wegräumen, so kommen später solch abgedrehte Fälle wie mit dem Ebolavirus infizierte Affen oder eine Flugzeugnotlandung am Brandenburger Tor.

Doch die Missionen sind mindestens genauso abwechslungsreich wie abgedreht: Von Banküberfällen, Autokarambolagen über Großbrände bis hin zum Schiffsunglück bekommt man alles geboten. Dadurch wird die Tatsache, dass man eigentlich immer das Gleiche macht geschickt verdeckt. Denn die Aufgaben und Aktionsmöglichkeiten sind zwar recht zahlreich vorhanden, doch z.B. den Abtransport von Verletzten und das Löschen von Häusern muss der Spieler in jeder Mission mehrmals durchführen, was auf Dauer doch ziemlich nervig ist.

Die Einsatzzentrale – Das Herz des Spiels

Aus der recht schön gestalteten Einsatzzentrale werden sämtliche Missionen koordiniert. Hier hat man Zugriff auf alle Einsatzwagen. Diese kann man, wenn man sie braucht, auswählen und an den Einsatzort schicken. Vorher werden sie noch mit der entsprechenden Crew besetzt. Doch hier gibt es einige Dinge zu beachten: Es ist zum Beispiel wichtig, ob man einen normalen Feuerwehrmann, einen mit Rauchmaske oder einen ABC-Feuerwehrmann benötigt. Denn die falschen Leute am falschen Ort helfen nicht wirklich weiter. Dann wird es nämlich hektisch, man muss neue Einheiten nachbestellen und ehe das geschehen ist, ist der Wald schon zu weit abgebrannt oder der Patient tot – was mit einem Scheitern in der Mission gleichzusetzen ist.

Jeder Einsatzwagen und jede Person kostet Geld, von dem man missionsspezifisch einen bestimmten Betrag zur Verfügung gestellt bekommt. Besonders in späteren Missionen muss man enorm auf den Kontostand achten und darf es sich nicht erlauben, unnötige Einheiten an den Einsatzort zu schicken. Ein sehr nerviges Manko beim Rufen von Einsatzwagen ist die Tatsache, dass man nur einen Wagen gleichzeitig losschicken kann. In den meisten Missionen gibt es aber mehrere Verletzte oder man benötigt mehrere Löschfahrzeuge. Hier ist wildes, unnötiges Klicken erforderlich und wertvolle Zeit geht verloren.

Steuerung?

Das Fragezeichen hinter „Steuerung“ ist bewusst gesetzt. Warum? Ganz einfach: Aufgrund der enormen Probleme und Frustrationen, die man mit der Steuerung hat, kommt man ins Grübeln, ob diese es überhaupt verdient, so genannt zu werden. Zu Beginn des aktuellen Einsatzes geht es erst mal ans Suchen der Einsatzwagen. Diese fahren nämlich nicht direkt zum Einsatzort, sondern halten irgendwo am Rande der Karte – der Spieler hat das zweifelhafte Vergnügen, das Versteck ausfindig zu machen. Hat man die Wagen dann endlich gesichtet, geht das Spielchen von Vorne los. Wieder scrollt man wie ein Irrer durch die Gegend, um den Einsatzort zu finden.

Nachdem man also sowohl die Autos als auch die Einsatzlokalität aufgespürt hat (was zuweilen einige Zeit in Anspruch nehmen kann), geht es dann endlich los – Zumindest hofft das der unerfahrene Emergency 2-Zocker. Zu früh gefreut, denn jetzt müssen die Einheiten logischerweise aus den Wagen aussteigen und koordiniert werden. Doch das ist auch nicht so einfach, wie es eigentlich sein sollte; besonders wenn einige Leute um eine bestimmte Person herumstehen, ist es sehr schwer, diese auszuwählen. Weiterhin behindern sich die Autos auch gegenseitig, sodass man manchmal ausrasten möchte. So manches Mal habe ich schon meine Einsatzwagen am Monitor angebrüllt, dass sie doch bitte dahin fahren, wo ich will. Diese Belastung ist für die Nerven gerade in – wie so oft – hektischen Einsätzen alles andere als nützlich. All diese fragwürdigen „Features“ reduzieren den Spielspaß doch enorm.

Technisch durchschnittlich

Von der grafischen Seite her ist Emergency 2 nicht gerade ein Fest für die Augen, wobei die Grafik für das Spielprinzip akzeptabel ist. So rollen die Autos ziemlich unrealistisch durch die Gegend und die Personen hat man auch schon besser dargestellt gesehen. Der Sound dagegen weiß durchaus zu überzeugen. Vor allem durch die Sirenengeräusche und Funksprüche von Einsatzkräften vor Ort an die Zentrale kommt eine sehr authentische, spannende Atmosphäre zustande.

Thomas Buder (thomas at progamerz.com)
Samstag, 23. November 2002
Es ist Spiel, Spaß und Spannung. Es ist Playable.

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