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Schulnote 1

Wow, was für ein geniales Spiel! Noch nie habe ich einen so … weiter

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Willkommen in Vice City!

Ganze 15 Jahre verbrachte Tommy Vercetti stellvertretend für seinen Boss Sonny Forelli im Gefängnis - im Mafiageschäft scheint es keine Gerechtigkeit zu geben. Doch das ist Tommy egal, denn endlich ist er wieder frei. Allerdings währt die Freude nur kurz, denn der alte „Freund“ meldet sich bald bei ihm und beauftragt Tommy damit, im sonnigen Vice City einen riesigen Drogendeal über die Bühne zu bringen. Unserem Held bleibt keine andere Wahl, als sich auf die Reise zu machen und das Geschäft abzuwickeln. Doch der Deal platzt: Unbekannte Gangster tauchen auf einmal auf und schnappen sich sowohl die Drogen als auch das Geld und machen sich aus dem Staub. Glück im Unglück hat Tommy, der anders als seine Kollegen noch am Leben ist. Weniger erfreut dürfte er über den Verlust des Geldes sein, der ihm bei seinem Boss nämlich mächtig Ärger einbrockt. Der jedoch gibt Tommy die Chance, das Geld in der sonnigen Metropole von Vice City wiederzubeschaffen. Dem bleibt nicht anderes übrig als sein Glück zu versuchen - alternativ würde er wohl als Fischfutter enden.

Eine Stadt der besonderen Art

Prompt sucht sich Tommy also ein nettes Hotel in der Stadt, welches gleichzeitig als Speicherpunkt dient. Denn genau wie in den Vorgängern gibt es keine Quicksave-Funktion. Dennoch ist das Speichersystem dieses Mal erheblich verbessert worden. Denn man hat nicht nur einen Speicherpunkt, sondern gelangt im Laufe des Spiels zu einer Vielzahl von selbigen. Trotzdem ist es nach wie vor ärgerlich, dazu gezwungen zu sein, einige Missionen komplett zu wiederholen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu den Aufträgen zu kommen. Anfangs erledigt man noch recht einfache Aufträge für Colonel Cortez, der unter anderem unter einem unloyalen Mitarbeiter zu leiden hat, greift dem Bauunternehmer Carrington unter die Arme oder hilft dem Drogenboss Diaz, unliebsame Konkurrenz loszuwerden. Meist stehen einem mehrere Aufträge zur Auswahl, die man sich direkt vom jeweiligen Auftraggeber abholen kann. Die kleine Minikarte links unten zeigt ganz komfortabel, wo ein Job zu erledigen ist. Weiterhin zeigt sie alle verfügbaren Speicherpunkte an und hilft in einigen Missionen bei der Verfolgung eines bestimmten Ziels, indem es dessen Standpunkt symbolisiert. Wie auch in den Vorgängern ist die Möglichkeit, sich vollkommen frei in der Stadt zu bewegen, ein ganz großer Pluspunkt des Spiels. Hat man mal keine Lust auf eine bestimmte Mission, so nimmt man einfach eine andere an oder macht sich vollkommen ohne Auftrag auf Erkundungstour in der Stadt - entdecken kann man dabei eine ganze Menge. Man hat stets das Gefühl sich tatsächlich in einer echten Großstadt zu befinden.

Grund dafür ist die dichte Atmosphäre, die das ganze Treiben in der Stadt aufbaut. Überall sieht man Fußgänger, zahlreiche Autos füllen die Straßen, eine Vielzahl von Geschäften fällt sofort auf. Die Polizei fährt ihre Streifen, Personen pfeifen nach einem Taxi und der Sanitäter behandelt Verletzte und bringt sie ins Krankenhaus. Zudem ist die Stadt enorm abwechslungsreich aufgebaut und in mehrere Bezirke unterteilt. Wieder dabei sind die verschiedenen Gangs, die jeweils einen bestimmten Stadtteil ihr Eigen nennen und teilweise sogar bei Kämpfen gegen verfeindete Gruppen beobachtet werden können. Doch Vorsicht: Stehen die eigenen Sympathien bei einer der Banden schlecht, wird man selbst Opfer von solchen Angriffen.

Hey Tommy, erledige das mal!

Das Herzstück des Spiels bilden die zahlreich vorhandenen Aufträge der unterschiedlichsten Personen. Dabei muss man zwischen Hauptmissionen, die einen Fortschritt in der Handlung des Spiels darstellen und Nebenmissionen, die hauptsächlich zum Füllen des Geldbeutels dienen. Muss man anfangs lediglich einigen Geschworenen Angst einjagen, die hübsche Mercedes’ kutschieren fahren, oder ähnliche, recht harmlose Jobs erledigen, geht es danach ziemlich schnell zu den härteren und brutaleren Aufträgen über. Doch mit der Brutalität steigt natürlich auch der Lohn, den man für jede erfolgreich absolvierte Mission erhält, beträchtlich an. Besonders lobenswert ist dabei das Abwechslungsreichtum und das Einfallsvermögen in den Aufträgen. So muss man eine unliebsame Person aus dem Verkehr ziehen, an einem ganzen Bandenkrieg mitwirken, ein halsbrecherisches Autorennen quer durch die ganze Stadt für sich entscheiden, bei einer Geldübergabe unliebsame Besucher aus dem Weg räumen und anschließend in einer wilden Verfolgungsjagd einen Gangster stellen und noch vieles mehr erledigen. Es würde einige Zeit in Anspruch nehmen, alle Missionshintergründe aufzuzählen, denn es ähnelt kaum eine Mission der anderen. Zudem enthalten viele eine Menge witziger Dialoge, die das Gangsterleben erfrischend auflockern. So muss man zum Beispiel eine Bank überfallen und dazu in den vorhergehenden Aufträgen einzelne Personen überzeugen, daran mitzuwirken. Dazu gehört unter anderem ein leicht psychisch gestörter Fahrer, den man per Wettrennen überzeugt. Hat man das geschafft, fährt man mit den drei Komplizen gemütlich Richtung Bank, wo man erst mal die Kunden und das Personal ruhig stellt und dann versucht, den Safe zu knacken. Leider ist dieser ziemlich gut gesichert, so dass der Spieler den Direktor ausfindig machen und zum Safe bringen muss. Doch plötzlich löst einer der Geiseln den Alarm aus und ein SWAT-Team seilt sich in das Gebäude herab. Inzwischen ist der Safe geknackt und das Geld bereits im Besitz der Gangster. Nachdem das SWAT-Team beseitigt und die Bank verlassen ist, geht der engagierte Fahrer drauf und man muss selbst ans Steuer und mit massig Polizeiautos im Nacken zum Unterschlupf gelangen. Wenn man diese Mission ein gutes Dutzend Mal von Beginn an wiederholen muss, weiß man ganz sicher, warum die fehlende Quicksave-Funktion zu bemängeln ist.

Oder: Man soll eine Rockband gerade mal 100 Meter zu einem Auftritt fahren, doch erläutert ein Fiesling per Tonband, dass der Wagen beim Unterschreiten einer gewissen Geschwindigkeit in die Luft geht. Kommt euch bekannt vor? Richtig, eine hervorragend umgesetzte Anspielung auf „Speed“. So muss man also den Wagen bei Tempo halten, während die Band ziemlich tollpatschig versucht, das explosive Gepäckstück zu entschärfen, witzige Dialoge inklusive. Bei den Missionen haben die Entwickler wirklich die Möglichkeiten, die das Szenario bietet, vollkommen ausgeschöpft.

Die Story wird hauptsächlich von in Spielgrafik gehaltenen Zwischensequenzen erzählt und ebenfalls durch Anrufe auf Tommys Handy weitergeführt.

Vollkommen neu in Vice City ist die Möglichkeit, Gebäude zu erwerben, die zusätzliche Nebenmissionen bringen und nach deren Absolvierung sogar täglich einen bestimmen Betrag von 1.500 $ bis 10.000 $ abwerfen. Natürlich kommt das Geld nicht immer auf legale Weise in die Kasse …
Zu diesen Gebäuden gehören zum Beispiel ein Eisladen, eine Druckerei, ein Filmstudio oder ein Nachtclub. Für diese muss man aber meist mehrere Zehntausend Dollar hinlegen und auch erst entsprechend in der Story vorangeschritten sein.
Weitere Nebenmissionen erhält man durch die bereits aus den Vorgängern bekannten Telefonapparate in der Stadt. Außerdem kann man sich wiederum als Taxifahrer, Feuerwehrmann, Krankenwagenfahrer oder Bürgerwehr versuchen und so einige Dollar und beim Erreichen von bestimmten Levels sogar Boni, wie z.B. mehr Health oder eine bessere Panzerung, erhalten. Diese Missionen sind Minigames, deren Schwierigkeitsgrad mit größerem Fortschritt ansteigt. So muss als Bürgerwehr zum Beispiel auf Level 1 lediglich einen Dieb dingfest machen, auf Level 7 aber schon sieben auf einmal.
Für diese Missionen muss man sich nur das entsprechende Fahrzeug suchen und per Knopfdruck den Auftrag starten.

Zu Land, zu Wasser und in der Luft

In Sachen Fortbewegung ist GTA Vice City wohl das vielseitigste Spiel, das je entwickelt wurde. Zu Fuß kommt nur sehr langsam voran. Zwar hat man die Möglichkeit zu sprinten, jedoch nur für eine gewisse Zeit. Dann doch lieber auf die Straße gegangen, den Fahrer aus einem Auto heraus gezerrt und mit mehr oder weniger Tempo durch die Straßen geheizt. Auswahl hat man genug, schließlich gibt es an die 120 unterschiedlichen Autos im Spiel, die sich nicht nur vom Namen und Aussehen her unterscheiden, sondern auch in Sachen Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und Panzerung. Die Fahrphysik ist durchaus realistisch. So ist das Lenken eines Lastwagens doch um einiges schwerer als bei anderen Fahrzeugen. Ebenso kann sich das Schadensmodell sehen lassen: Türen und Motorhaben beulen immer mehr ein, bis sie schließlich abfallen, zuerst dampft das Auto leicht, schwarzer Rauch hingegen deutet an, dass der Brand des Wagens und damit die Explosion kurz bevorstehen. Das passiert entweder bei Crashs oder wenn der Wagen zu viele Kugeln einstecken muss. Im Falle eines Brands hilft nur noch eines: Schnell hinaus und so weit wie möglich weg vom Wagen! Doch immer nur Autofahren ist auch langweilig. So haben die Entwickler zum Beispiel als Neuerung zum direkten Vorgänger endlich wieder Zweiräder ins Spiel integriert. So hat man die Möglichkeit, per Motorrad oder Moped durch die Stadt zu sausen und das T-Shirt im Wind wehen zu lassen. Das Motorradfahren macht teilweise soviel Spaß, dass man alles andere herum vergisst und eine Runde nach der anderen dreht. Wer allerdings mal die Straße verlassen will, kann auch per Boot übers Wasser schippern oder sogar mit einem kleinen Wasserflugzeug oder Hubschraubern den Luftraum von Vice City erobern. In einigen Missionen ist es sogar notwendig, auf ganz bestimmte Fortbewegungsmittel zurückzugreifen. So muss man z.B. mit dem Wasserflugzeug Filmplakate über der ganzen Stadt verteilen.

Playable – Yippie Aye Yae!

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