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Hotel Gigant

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Schulnote 3

JoWooDs Hotel Gigant schafft es leider nicht komplett, das ohnehin … weiter

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Schon mal den Traum gehabt, eine eigene Hotelkette zu besitzen? Dann ist Hotel Gigant genau das richtige! Hier kann man seiner Phantasie beim Bau von Zimmern und Experimentieren mit Einrichtungs-gegenständen freien Lauf lassen.

Gameplay

In JoWooDs Hotel Gigant schlüpft man in die Rolle eines Hotelbesitzers, dessen Aufgabe es ist, alles zu tun, um seinen Gästen das Leben so angenehm wie möglich zu machen und von einer kleinen Hütte eine ganze Kette von Hotelkomplexen in über 20 Städten zu bauen. Hierzu werden einem nach einem niedlichen Intro und einem kleinen Tutorial zahlreiche Werkzeuge in der Hand gelegt, mit denen man diese Aufgabe erfüllen soll.
So hat man die Möglichkeit, sich den Status jedes einzelnen Angestellten und Gastes anzusehen, um dabei immer auf dem laufenden zu bleiben und auf Beschwerden schnell reagieren zu können. Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Bauen. Hier muss man sich um jeden nur erdenklichen Punkt kümmern, angefangen von der Einrichtung der einzelnen Zimmer über Restaurants und Bars bis hin zu der Frage, in welche Ecke man denn am besten den Blumentopf stellt oder welche Art von Seife im Bad liegen soll. Dabei wählt man mit der Maus die entsprechenden Gegenstände aus, und platziert diese an den Stellen, bei denen sie später aufgebaut werden sollen. Ist der Bau abgeschlossen, kann man sicher einerseits das Zimmer aus der im folgenden beschriebenen Sicht des Gastes ansehen, oder aber sich kleine Fotos in sein eigenes Fotoalbum kleben lassen.
Man sieht seine Umwelt aus der isometrischen Perspektive und baut auch in dieser seine Räume aus. Ein guter Einfall der Entwickler ist die Möglichkeit der subjektiven Verfolgung seiner Gäste. So kann man sich aus der Ich-Perspektive der Gäste durch die gebauten Zimmer und Einrichtungen führen lassen und so „life“ erleben, wie die eigens erschaffene Architektur wirken mag. Der Die Sims-Look des Spiels erschafft irgendwie ein bekanntes Gefühl der Vertrautheit, auch wenn man schon nach kurzer Zeit merkt, dass Hotel Gigant wenig von der Einfachheit der Sims übernommen hat.
Insgesamt ist man bei Hotel Gigant zu sehr damit beschäftigt, sich durch zahlreiche Menüs zu klicken, die Stimmung seiner Gäste im Auge zu behalten und Zimmer zu bauen, bei denen man sich durch noch mehr Menüs klicken muss. Leider kann man auch nicht komplette Häuser selbst entwerfen, sondern muss auf die fertigen Arten von Hotels zurückgreifen. Von denen gibt es dann aber auch 20 Stück, so dass dieser Nachteil noch zu verschmerzen ist. Immerhin kann man in Hotel Gigant auch noch einen Spielermodus wählen, bei dem man der Computer ein zufälliges Ziel aussucht, dass es dann zu erreichen gilt. Diese Ziele sind dann meistens solche wie in einer bestimmten Zeit so und so viele Leute Gäste zufrieden zu stellen oder eine bestimmte Summe an Geld zu verdienen.

Steuerung

Hier sind wir bei der problematischen Stelle des Spiels angelangt: die Steuerung. Es ist einfach eine Tatsache - man hat zu viele Optionen. Dies mag im ersten Moment ein Vorteil sein und wirft auch ein gutes Licht auf die Entwickler, die sich bei jedem Punkt ihren Teil gedacht haben, aber wenn man schon über 600 Einrichtungsgegenstände zur Auswahl hat und diese ins Spiel integriert, dann sollte man sich auch die Mühe mache, ein Interface entwerfen, das sich intuitiver bedienen lässt. Nun ist man aus anderen Wirtschaftssimulationen an Klickorgien gewöhnt, doch bei der Vielfalt der Wahlmöglichkeiten - von der Art der Blumen bis hin zur bereits genannten Seife - hört die Begeisterung irgendwann auf.
Gut umgesetzt wurde hingegen die Steuerung beim Bau der einzelnen Räume - hier drückt man einfach die entsprechende Maustaste und zoomt und dreht den Raum so wie man ihn haben will. Der einzig störende Punkt hierbei ist, dass hin und wieder die Wände im weg sind und dass man oft in die Verlegenheit kommt, nicht alles in den Raum zu packen, was man möchte, da dieser zu klein ist. Hier hilft nur ein komplettes Löschen des gesamten Raumes.
Weiterhin kam es manchmal vor, dass man keine weiteren Gegenstände auf gewisse Stellen platzieren konnte, nur weil dort beispielsweise bereits ein Teppich lag.

Grafik

Enlight Software hat Hotel Gigant eine durchschnittliche 3D-Grafik verpasst, die schon beim ersten Blick sofort an Die Sims erinnert. Ob diese Grafik noch zeitgemäß ist, darüber lässt sich streiten, aber da das Spiel als Wirtschaftssimulation den Schwerpunkt eher auf das wirtschaftliche Handeln legt, als auf die neueste Grafik, ist dieser Punkt leicht zu verschmerzen. Die subjektive Kamera-Verfolgung der Gäste macht jedoch wirklich Spaß, wobei hier die nicht ganz auf der Höhe der Zeit liegende Qualität der Grafik am meisten auffällt.

Sound

Der Sound ist nett anzuhören, ist jedoch nicht gerade vielfältig. Die Hintergrundmusik erinnert wiederum stark an die fröhlich klingende Musik aus Die Sims. Leider sind nur wenige Unterschiede zwischen den einzelnen Titeln zu hören, wonach auch dieser Teil des Sounds schnell langweilig wird.

Jan Kopia (data at progamerz.com)
Montag, 8. Juli 2002
„Du nanntest mich Newbie, noch völlig unbegründet, doch bin ich ein Newbie, hüt’ dich vor meinen Teamkills!“

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