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Need for Speed Hot Pursuit 2

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Schulnote 2

Es hat nicht sein sollen. Meiner Meinung nach kommt der Spielspaß … weiter

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Helden leben lange, Legenden sterben nie - So war es auch mal wieder an der Zeit die legendäre Need For Speed-Reihe fortzusetzen. Mit Hot Pursuit 2 wird jedoch an einem etwas älteren Teil der Serie angeknüpft und so sollen die Verfogungsjagden wieder mehr im Vordergrund stehen als bei Brenneder Asphalt oder Porsche Unleashed. Was nun daraus geworden ist, erfahrt ihr hier.

Aller Anfang …

… ist leicht. Zumindest stellt das Spiel anfänglich keine größeren Herausforderungen an Spieler, die nicht zum ersten Mal ein Rennspiel zocken. Alte NFS-Hasen werden leider auch bis zum letzten Rennen der Meisterschaft oder des „Hot Pursuit“-Modus danach suchen und sich anschließend gelangweilt fragen: War es das schon? Es ist in der Tat nicht gerade schwer, die Wagen auf der Strecke zu halten und allen anderen schon am Start davonzufahren. Dies spricht für die sehr gute Steuerung, aber auch gegen die zu schwachen Gegner. Gerade die Polizei, auf die ja hier das Hauptaugenmerk gelegt werden sollte enttäuscht mit der Zeit. Aber mehr dazu später.

Hohe Erwartungen

Endlich ist es soweit, endlich darf man wieder nach Herzenslust rasen. Da stellt sich direkt am Anfang die Frage „Womit und wo?“. Es stehen 24 Fahrzeuge zur Auswahl vom Opel Speedster über die Dodge Viper zum altbekannten McLaren. Alle Fahrzeuge stehen gleich zweimal zur Verfügung (sofern frei gespielt), einmal in normaler Version und dann noch als „NFS“-Edition, mit mehr Power und Grip. Bei den Strecken sieht es hingegen etwas mau aus. So gibt es zwar 12 Strecken, aber nur vier Szenarien, womit wir dann schon bei einem der größten Mankos des Spiels wären. Da sich nur verschiedene Streckenteile pro Kurs verändern und es pro Szenario drei Strecken gibt, unterscheiden diese sich nicht wirklich viel voneinander. Der größte Unterschied ist da einzig und allein die Länge der Kurse. Auch das ewige Verdrehen der Strecken bei vielen Rennen (rückwärts, spiegelverkehrt, rückwärts und noch mal spiegelverkehrt…) zehrt an den Nerven. Diese Monotonie der Kurse wirkt sich sehr negativ auf die Langzeitmotivation aus, nach Abwechslung sucht man vergebens. Mehr Strecken wären in diesem Fall Gold wert gewesen.

Wie wird gefahren?

Es gibt drei Einzelspielermodi: Hot Pursuit, Meisterschaft und Einzelherausforderung. In letzterer kann man alle verschiedenen Settings und Fahrzeuge testen, sofern freigeschaltet. Denn zunächst hat man nur Zugriff auf drei Fahrzeuge und zwei Strecken. Der Rest muss mit „NFS“-Punkten „gekauft“ werden. Diese bekommt man in Hot Pursuit sowie dem Meisterschaftsmodus.

Im Meisterschaftsmodus fährt man ganz normal Rennen ohne Gegenverkehr oder Polizei. Wenn man unter die besten drei kommt oder bei Einzelherausforderungen unter einer bestimmten Zeit bleibt, bekommt man Punkte und schaltet das nächste Rennen im Meisterschaftsbaum frei.

Hot Pursuit verläuft ähnlich, nur diesmal mit Polizei und Gegenverkehr, macht aber dafür auch mehr Spaß als der etwas eintönige Meisterschaftsmodus.

Zusätzlich gibt es noch einen Multiplayermodus, in dem man dann eine Herausforderung in menschlichen Gegnern findet. Leider fällt hier der Verfolgungsmodus komplett raus, was nach dem Titel des Spiels zu urteilen wieder unverständlich ist.

KI auf der Strecke geblieben?

Da hapert es wieder mal ein bisschen. Die gegnerischen Wagen kann man schon vom Start aus abhängen, der Gegenverkehr fährt nicht immer auf, sondern des Öfteren auch leicht neben der Strecke. Die Polizei scheint wiederum nur für ungeübte Spieler ein größeres Problem darzustellen. Zumal man die Polizeiautos sehr leicht durch einen Schubs gegen das Heck zum Ausschwenken bekommt und längst über alle Berge ist, bevor der Gesetzeshüter sein Gefährt wieder in Fahrtrichtung manövriert hat. Positiv sind jedoch die neuen Hilfsmittel der Polizisten. So können sie nicht nur Straßensperren anfordern, sondern sich auch von Kollegen helfen lassen und sogar Hubschrauber zur Hilfe beordern. Diese werfen dann explosive Fässer auf die Straße, die einem das Leben bzw. Fahren deutlich erschweren können. Dennoch ist es zu absehbar, wo die Fässer landen, und so lächelt man den Heli nur mal müde an und tritt wieder aufs Gas. Um Schäden am schicken Wagen muss man sich ebenfalls keine Sorgen mehr machen. Er bekommt zwar Dellen, aber ein richtiges Schadensmodell, welches die Fahrphysik beeinflusst, gibt es leider nicht mehr.

Optik & Sound

Als spielerische Revolution kann man Hot Puruit 2 also nicht bezeichen. Bleibt noch die grafische Weiterentwicklung als einer der größten Unterschiede zu den Vorgängern zu nennen. Denn es sieht wirklich gut aus, auch wenn die NFS-Reihe schon lange keine optischen Genrereferenzen mehr hervorbringt. Die Grafik-Engine von NFS Porsche Unleashed wurde ordentlich weiterentwickelt, auch wenn hier und da mal ein Straßenschild nicht gerade physikalisch gerecht steht. Die Autos sind mit Spiegelungen und allem drum und dran ansehnlich in Szene gesetzt, nur die Hintergrundlandschaft ist eindeutig zu fade.
Die Anzahl der Kameraperspektiven wurde leider auf vier begrenzt, von denen eigentlich nur die Stoßstangenkamera zu gebrauchen ist. Schade, denn so sieht man die wohlgeformten Fahrzeuge nur im Auswahlscreen oder Rückspiegel.

Soundmäßig ist das Spiel eines der besseren Sorte, denn es gibt z.B. wieder einen tollen Soundtrack, für den bekannte Namen wie Bush, Limp Bizkit, Uncle Cracker und viele andere herangezogen wurden. Und auch die Motoren der Autos klingen schon fast wie Musik in jedem Raserohr.

Ansonsten ist es eben ein Need For Speed, arcadelastiger als jemals zuvor.

Carsten Jung (captain.caracho at progamerz.com)
Samstag, 7. Dezember 2002
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