Playable.de Tests

The Elder Scrolls III: Morrowind

Seite 1Seite 2WertungLeserwertungSpiele-DB
playable?
Schulnote 1

Über einzelne Schwächen im Detail lässt sich wohl spielend leicht … weiter

Shop

Nun liegt die in edlem Schwarz gehaltene Packung von The Elder Scrolls III: Morrowind ja schon eine ganze Weile auf meinem Schreibtisch. Leer, wohlgemerkt, denn die CD ist wo sie hingehört: im Laufwerk. Die beigefügte Zinnfigur hat es sich auf meinem Monitor bequem gemacht und die Landkarte hängt an der Wand.

In unmittelbarer Sichtweite!

Ohne die Karte hätte ich wohl schon einige Male verzweifelt nach Wegweisern, mir wenigstens ansatzweise bekannten Küstenstreifen, oder wenigstens auffälligen Felsanordnungen gesucht. Sich zu Recht zu finden in Vvardenfell – der Insel (es ist wohl eher ein ganzer Kontinent) des Geschehens – fällt manches Mal wirklich nicht leicht, denn das Land scheint regelrecht grenzenlos.

An dieser Stelle wird auch schon deutlich, was dieses Spiel ausmacht: Die schier unendliche Grenzenlosigkeit, die Freiheit des Spielers zu tun und zu lassen was er oder sie will.

Genau diese Sätze hatte ich allerdings allzu oft in den Ankündigungen und Previews gelesen. Sicher, ich war gespannt auf dieses Spiel, aber immer mehr Zweifel kamen auf: Wie lange wird es dauern, bis ich mich irgendwo in dieser Welt verlaufen habe und mir als nächstes die Frage stelle „Und jetzt? Wie soll’s weitergehen?“

Heute, weit über 50 Spielstunden später, kann ich euch versichern: Macht euch deswegen keine Gedanken! Egal, wo ihr hingeht, gleich, ob ihr dem Handlungsstrang folgt oder einfach die Gegend erkunden geht, es gibt immer genug zu tun, vieles zu entdecken und es wird und wird einfach nicht langweilig!

Die Story und der Spielercharakter

Anfangs findet ihr euch an Bord eines Gefangenenschiffes wieder, erfahrt jedoch, dass ihr aus irgendwelchen dubiosen Gründen freigelassen werdet. Ihr geht also von Bord und müsst euch erst einmal bei einer Art Einwanderungsbehörde melden. Diese Mixtur aus Einführung in die Geschichte und Charakter-erschaffung ist sehr gut gelungen, denn vom ersten Moment an seid ihr im Spiel und kreiert eure Figur im Rahmen der Interaktion mit den NPCs. Durch Antwort auf die Frage nach eurer Herkunft gebt ihr eine von zehn Rassen an und wählt euch im nächsten Schritt eine von 21 Klassen aus. Hierdurch legt ihr eure Eigenschaften und auch eine Spezialisierung (Combat, Magic oder Stealth) fest. Neben der einfachen Auswahl der Charakterklasse gibt es hierbei auch die Möglichkeit, den eigenen Charakter durch eine individuelle Zusammenstellung der Fertigkeiten und Eigenschaften frei nach Lust und Laune zu erstellen. Eine besonders schöne Idee ist die dritte Möglichkeit, die Klassenauswahl durch die Beantwortung einiger Fragen, die der Beamte im „Einwanderungsbüro“ stellt. Durch die vielen Optionen lassen sich insgesamt vier Milliarden verschiedene Charaktere erstellen – für Indivi-dualität ist also gesorgt.
Zuletzt könnt ihr dem Beamten noch mitteilen, unter welchem Sternzeichen ihr geboren seid, wobei noch die ein oder andere besondere Eigenschaft rausspringt.
Seid ihr nun also „polizeilich gemeldet“ werdet ihr auch schon losgeschickt, um jemanden in einer nahegelegenen Stadt aufzusuchen und ein paar Dokumente zu überbringen …

Mehr werde ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten, außer, dass es euch natürlich vollkommen frei steht, ob ihr nun die Dokumente überbringt, oder nicht, oder erst später. Tut einfach, was ihr wollt. Vergesst aber niemals: Alles was ihr macht, wird sich auf die Welt auswirken. Und somit auch wieder auf euch. In Morrowind gibt es zum Beispiel keinen einzigen der insgesamt 3.244 (!) NPC, den ihr nicht umbringen könnt. Allerdings kann es durchaus passieren, dass euer Opfer Freunde – oder neudeutsch: Brüder – hat …

Aber selbstverständlich gibt es auch für den Spieler viele Möglichkeiten, neue „Brüder“ zu finden. So zum Beispiel in einer der unzähligen Gilden. Wenn man sich dann einen entsprechenden Namen und die dazugehörigen Freunde respektive Feinde gemacht hat, wird man möglicherweise sogar in eines der „Großen Häuser“ aufgenommen, was wiederum eine Menge Möglichkeiten, aber auch Ärger mit sich bringen kann.

Aufstieg und Entwicklung

Die Anfangswerte der einzelnen Attribute (Stärke, Geschicklichkeit, Glück, etc.) und Skills (Stehlen, Langschwerter, Handeln, Verwandlungszauber, etc.) ergeben sich aus der Wahl der Rasse, Charakterklasse und Sternzeichen. Es gibt sogenannte Major Skills, Minor Skills und Miscellaneous Skills, welche sich in absteigender Reihenfolge unterschiedlich schnell steigern lassen. Eine Steigerung der Skills findet in der Regel nicht direkt statt, sondern lediglich durch Anwendung derselben. Je öfter man also z.B. versucht, aus Kräutern Tränke zu brauen, desto höher steigt der Skill Alchemy. Da Ausnahmen die Regel bestätigen, lassen Skills sich auch durch Training, das von verschiedenen NPCs gegen Geld angeboten wird, oder durch das Lesen bestimmter Bücher gezielt steigern.

Sobald insgesamt zehn Mal eines der Skills um einen Punkt angestiegen ist, wird ein Levelanstieg fällig. Interessant hierbei ist jedoch, dass dies nicht automatisch passiert, sondern der Charakter „ruhen“ muss, damit er über das Gelernte „nachdenken“ kann. Will heißen: Er braucht ein Bett!
Das allerdings ist manchmal gar nicht so einfach. Sich in bewohnten Gegenden einfach auf den Boden zu legen ist nämlich verboten und kostet empfindliche Strafen (beziehungsweise Kerker, wenn man die Strafe nicht bezahlen kann), in fremde Betten darf man sich nicht einfach legen (ebenfalls Strafe/Kerker) und in der Wildnis könnten diverse Tiere oder sonstiges Ungeziefer ziemlich schnell für eine böse Überraschung sorgen. Man sollte sich also zum Beispiel ein Wirtshaus suchen, um sich dort ein Zimmer zu mieten.

Playable.de – Lord of the News.

?