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Tony Hawk’s Pro Skater 4

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Schulnote 1

Tony Hawk’s Pro Skater ist eines der wenigen Spiele, die sich mit … weiter

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Heelflip, Varial Kickflip, Nosegrab, Revert, Nose-Manual, Madonna, Japan.
Ihr könnt etwas mit diesen Begriffen anfangen? Dann seid Ihr entweder selbst professioneller Skateboarder, oder Ihr habt mindestens einen Teil der Tony Hawk´s Pro Skater-Reihe gespielt. Doch der Unterschied zwischen beiden Fällen besteht, wie eingefleischte Spieler wissen, aus mehr als nur virtuell oder real.

Altbekannt, aber nicht altbacken …

… ist das Spielprinzip. Natürlich ist es in groben Zügen das gleiche geblieben wie auch schon in den ersten drei Teilen: Mit spektakulären (und nicht minder gefährlichen) Stunts auf dem Rollbrett versucht man, möglichst viele Punkte zu erringen und verschiedene Aufgaben zu erfüllen.
Neu bei dem neuesten Spross der Familie Tony Hawk: Es ist kein Zeitlimit in den Levels gesetzt. Auch sind die Ziele, die man erreichen muss, nicht mehr von Anfang an gesetzt. Stattdessen kurvt man im Level rum und spricht Leute an, die, mit einem großen Pfeil markiert, herumstehen und Aufträge verteilen. Schafft man eine Aufgabe in der (nun eingeblendeten) vorausgesetzten Zeit nicht, so muss man nicht quer durch das ganze Level zurück zu dem Charakter fahren, der einem den Auftrag erteilt hat, um es noch einmal zu probieren. Ein entsprechender Eintrag im Pause-Menü erledigt dies.
Die Bandbreite der Aufgaben ist ebenso gigantisch wie kreativ – mal muss man Autodiebe stoppen, indem man sich 30 Sekunden lang am geklauten Fahrzeug festhält, während es durch die ganze Map fährt, ein anderes Mal muss man in einem Löwengehege einen besonders spektakulären Stunt machen, um die Löwen so zu beeindrucken, dass sie den aus Versehen eingesperrten Wärter in Ruhe lassen. Die Lösungen mancher Ziele verändern sogar den Level – so rennt zum Beispiel im Zoo ein Elefant, wütend geworden durch das Rumgehopse vor seiner Nase, ein Tor zum Aquarium ein. Dort erwarten einen neue Aufgaben.
Doch natürlich sind neben diesen „kreativeren“ Zielen auch die altbekannten „Highscore“-Aufgaben und das Einsammeln der S, K, A, T und E-Buchstaben mit dabei.
Von dem mit dem Meistern der Aufgaben verdientem Geld kann man sich ein neues Deck fürs Skateboard, ein neues Outfit oder Cheats kaufen – aber auch Levels lassen sich käuflich erwerben.

Das Schicksal der PC-Spieler

Nachdem THPS 4 jetzt schon mehrere Monate für Xbox und Playstation 2 zu haben war, merkt man auch der PC-Version die Wurzeln im Konsolenbereich sehr deutlich an. Mausunterstützung existiert nicht, und die Menüs beschränken sich aufs (Konsolen-)Wesentliche. So ist auch die restliche Steuerung sehr für Konsolen optimiert. Doch das macht dem Spielspaß keinen Abbruch, denn die Tasten lassen sich individuell belegen.

Bunte Welt adé

Was viele Fans an THPS 3 störte: es war zu bunt. Knallgelbe Hauswände, quietschgrüner Rasen, alles ein wenig zu viel. Das hat in dem neuesten Teil zum Glück aufgehört. Die Levels sind nicht mehr so bunt, aber auch nicht zu grau.
Fußgänger als Dekoration gibt es in THPS 4 nicht – die wenigen, die es gibt, sind für mindestens eine Aufgabe relevant. Dafür fahren in fast jedem Level Autos und sonstige Gefährte umher. In London sind dies die berühmten roten Busse, im Zoo und im Level „Alcatraz“ Rangercars und im Frachthafen gar riesige Kräne – die übrigens Container hin- und hertransportieren, in denen sich Half-Pipes befinden.
Die Texturen sind gerade hoch genug aufgelöst, um das „Mittelmaß“-Urteil zu verhindern.

Gewohnte Sound-Qualität

Die Hintergrundmusik, die einen bei allen Aktionen begleitet, ist gewohnter Qualität – einfach genial. Neben AC/DC (mit „TNT“) und Less Than Jake mit „All My Friends Are Metalheads“ rocken auch System Of A Down (vertreten mit „Shimmy“), The Offspring (mit dabei: „Blackball“) und The Sex Pistols („Anarchy In The UK“) und viele andere Bands mit und sorgen dabei für eine exzellente Skate-Soundkulisse. In diesem Bereich hat sich Neversoft wie in den Vorgänger mal wieder nicht lumpen lassen.
Die Effekte sind wieder einmal Standard – schlicht, aber passend.

Multiplayer

Zum Glück ist auch der Multiplayer-Modus nicht zu kurz gekommen: satte acht Modi gibt es. Neben altbekannten wie Graffiti (Die Spieler müssen Tricks an verschiedenen Elementen der Levels machen, dadurch nehmen diese die Farbe des Spielers an – wer am Ende am meisten Levelelemente kontrolliert, gewinnt) gibt es diesmal auch King of the Hill (Ein Spieler bekommt anfangs eine Krone, die über seinem Kopf schwebt. Die anderen Spieler müssen ihn umfahren, damit sie selbst die Krone bekommen. Wer als erstes das einstellbare Zeitlimit mit der Krone erreicht, gewinnt), Capture the Flag (Die Spieler bilden zwei Teams und müssen, ähnlich wie bei Ego-Shootern, die Flagge des gegnerischen Teams klauen und in ihre eigene Basis bringen), Combo-Mambo (wer die meisten Punkte mit einem Trick schafft, gewinnt) und viele mehr. Alle Modi lassen sich sowohl im LAN als auch im Internet spielen.

Georg Holzapfel (memdee at playable.de)
Freitag, 31. Oktober 2003
Playable.de – Wir kriegen sie alle.

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