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Tony Hawk’s Pro Skater 3

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Schulnote 1

THPS 3 ist das derzeit beste Skateboardspiel. Komplexe Levels, sehr … weiter

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Wer Tony Hawk’s Pro Skater 3 (kurz: THPS 3) zum ersten Mal sieht, denkt sich: Was ist daran jetzt anders als bei den Vorgängern? Die Antwortet lautet: So ziemlich alles! Denn was Activision einem hier vorsetzt, ist vielleicht das komplexeste und gleichzeitig witzigste Sportspiel aller Zeiten.

Spielprinzip

Das Spielprinzip ist denkbar einfach: Mit dem Gamepad oder der Tastatur steuern sie einen vorher ausgewählten Skater (u.a. Profis wie Bob Burnquist, Steve Caballero, Eric Koston und eben Namensgeber Tony Hawk) durch verschiedene Ortschaften und Landstriche. Dabei versuchen sie, mit Grinds, Fliptricks, Liptricks und Grabs möglichst viele Punkte zu bekommen, um den Highscore, den Profiscore und den Hammerscore zu knacken. Highscores zu erreichen ist dabei nur eines der Ziele, die man erfüllen sollte, um im Karrieremodus weiterkommen zu können. Da gibt es z.B. einen ominösen Mann, dem man mittels einer auf der anderen Seite des Levels gefundenen Axt den Weg in sein Haus frei räumen muss. Oder man muss in einem Flughafen fünf Kriminelle stoppen. Die Ziele variieren von Level zu Level, nur fünf gemeinsame Ziele haben sie: erstens die Highscores zu knacken, zweitens fünf Statistikpunkte einzusammeln, mit denen man seine Stats (bestimmen die Fähigkeiten des Skaters) aufbessern kann, drittens ein verstecktes Videoband finden, viertens an ein im Level verstecktes Deck (Unterseite des Skateboards, meist mit Motiven bemalt) zu kommen und fünftens die Buchstaben S, K, A, T und E, die im Level an fiesen Stellen versteckt sind, einzusammeln.
In einigen Levels allerdings müssen keine Ziele erreicht, sondern Schiedsrichter überzeugt werden. Drei Wettbewerbe warten darauf, gewonnen zu werden, was natürlich nur geht, wenn man die Jury mit Tricks ordentlich beeindruckt.
Neu ist auch, dass die Helden auf dem Board nicht bei jeder Kleinigkeit gleich hinfallen. Bei einem misslungenen Impossible aus dem Stand etwa stürzt das Skateass nicht sofort sondern bleibt stehen, wobei sein Skateboard selber sich allerdings verabschiedet. Selbstverständlich erscheint dann sofort ein neues unter den Füßen ihres Skaters.

Grafik

Die Grafik ist das am wenigsten veränderte Gebiet, weshalb sie auch nicht mehr richtig auf dem neuesten Stand steht. Die Texturen sind ein wenig einseitig und öde. Und die Fußgänger (ja, auch die gibt es neuerdings) wirken alle besonders im Gesicht ein wenig kantig, was auf die niedrige Polygonzahl schließen lässt.
Die paar bewegten Objekte, die das Spiel hergibt, bewegen sich allerdings flüssig und sehr natürlich, mit Ausnahme der Autos in Los Angeles, die relativ billig um die Kurven flutschen.
Ein lustiger kleiner Bug: Wenn man die Verfolgungsjagd zwischen Kleinbus und Polizei in Los Angeles gestoppt hat, und dann ganz nah an den Kleinbus heranfährt, aus dem nun die Kriminellen schießen, kann man das Innere des Wagens und das Gewehr sehen, einen kleinen schwarzen Stift, der ins Fenster geklebt wurde.
Die Hintergründe sind übrigens immer noch zweidimensionale Bitmaps, die nicht gerade sehr hoch aufgelöst sind.

Sound

Ah, meine Lieblingskategorie bei allen Tony Hawk-Spielen! Wie auch die Vorgänger enttäuscht einen Activision auch hier nicht bei der Musik: Da rocken neben den Kollegen von Zebrahead (u.a. Songs in „Ey Mann, wo is mein Auto?“) auch Xzibit und Adolescentes, und da bieten die altehrwürdigen Red Hot Chilli Peppers einem Skater genau die richtige Hintergrundmusik.
Die Musik der Vorgänger jedenfalls überragt THPS 3 um Längen, wobei die schon erste Sahne war.
Die Soundeffekte sind eben Standart: weder besonders gut noch besonders schlecht. Aber was soll man da noch groß effektvoll machen, wenn es sich nur um das Klappern der Räder, die Schreie verschreckter Fußgänger, das Hupen verärgerter Autofahrer oder die Triebwerksgeräusche eines startenden Flugzeugs am Flughafen handelt?
Die Sprachausgabe ist jedenfalls hervorragend. Die empörten Schreie der Passanten, wenn sie ihnen fast über die Füße fahren, oder das Fluchen eines Mannes, der unbedingt Fernsehen will, es aber nicht kann, weil sich ein Ast in seiner Satellitenschüssel verfangen hat, könnten aus dem echten Leben stammen. Auch die Schmerzens-schreie der hingefallenen Skater, die sich im realen Leben sicher schon oft das Genick gebrochen hätten, wirken echt (obwohl mein Lieblingsschrei aus THPS 2 nicht mehr dabei ist).
Nur der beim Grinden auf einer Metallstange abgespielte Sound ist wie auch bei den Vorgängern etwas zu metallen. Es hört sich an, als ob ein Schmied in der Nähe mit seinem Hammer auf einen Amboss schlagen würde.

Spieldesign

Die Levels sind die größten und komplexesten aller Skateboard-Spiele überhaupt!
Da gibt es die Eisenschmelze, in der Behälter aus Metall flüssiges Eisen in eine Form gießen, auf dem Fußboden ist ein kleines Gitter, durch das man darunter fließendes flüssiges Eisen sehen kann. Auch riesige Wasserbehälter für den Notfall gibt es, deren Aufseher man mittels eines gezielten Grinds ins Wasser schubsen kann.
Weiter gibt es eine kanadische Ortschaft, in deren mit Schnee bedeckten Half-Pipes man dennoch prima Tricks machen kann, und einen riesigen, schneebedeckten Baum, auf dessen Äste man grinden kann. Darüber hinaus sind dort halb herabgestürzte Eisenbahngleise, zu deren Ende man grinden sollte, um an das versteckte Videotape zu gelangen.
Als nächstes folgt der erste Wettbewerb: Rio. Kleiner als die anderen Welten hat diese Ortschaft aber doch seine geheimen Räume. Um einen Park in der Mitte, wo massenweise Half-Pipes aufgebaut sind, kurven Autos auf Straßen umher.
Nach Rio kommt wohl der Level mit den meisten Geheimräumen: Suburbia, eine kleine Vorstadt, wie der Name schon sagt. Dort findet man eine kleine Siedlung aus Wohnmobilen, bei denen einige Half-Pipes aufgebaut sind. Gleich neben dem Wohnmobilpark steht ein düster aussehendes Haus, vor dem ein dünner, schwarz gekleideter Mann steht, den man wie oben stehend in sein Haus lassen muss. Es gibt insgesamt vier Wege, um in das Haus zu gelangen und das versteckte Videotape zu bekommen. Im Haus selber sieht man durch eine Glaswand einen Mann einen Sarg und zwei (billig durch Bitmaps simulierte) Kerzenhalter schweben lassen.

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